Vorbereitung

25 Sep

Habe heute den Angriff auf die Ohren der Zuhörer in der nächsten Zeit vorbereitet – sprich ein paar Noten zusammengeklebt:

  • die 2 Arien des Froila aus Alfonso und Estrella (von Schubert) – diesmal keine Schurken, sondern sooo eine schöne lyrische Musik (die spielt’s manchmal sogar in meiner MP3 Software) – hmm, ob das in der sibirischen Tundra ankommen wird? :)
  • und eine Ballade von Schumann – Belsazar (da geht’s schon wieder bedeutend wilder zur Sache – dürfte sie freuen); durfte diese Ballade von Heinrich Heine übrigens in meiner Schulzeit mal auswendig lernen – der Vortrag war dann nicht besonders berühmt (beim nächsten Mal in gesungener Form, wird er es - versprochen ;) )

Und damit ich das Texterl bis dahin überall, wo ich (online) bin, auffrischen kann, hänge ich es hier an (die erste Zeile zeigt wohl auch, warum mir das Texterl so gut gefallen haben könnte :lol: ):

Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh’ lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackert’s, da lärmt des Königs Troß.

Dort oben, in dem Königsaal,
Belsatzar hielt sein Königsmahl.

Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.

Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;
So klang es dem störrigen Könige recht.

Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.

Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.

Und er brüstet sich frech und lästert wild;
Die Knechteschar ihm Beifall brüllt.

Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.

Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.

Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.

Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
Und rufet laut mit schäumendem Mund:

Jehova! dir künd’ ich auf ewig Hohn -
Ich bin der König von Babylon!

Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König ward’s heimlich im Busen bang.

Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.

Und sieh! und sieh! an weißer Wand,
Da kam’s hervor wie Menschenhand;

Und schrieb und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.

Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblaß.

Die Knechteschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.

Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.

Belsatzar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

(Belsatzar von Heinrich Heine, 1822)

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2 Antworten to “Vorbereitung”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Schmerzen « rufus still thinks about his title … - September 27, 2007

    [...] 27 09 2007 Gestern habe ich ja die kürzlich vorbereiteten Stücke ausprobiert – zumindest teilweise – eine der Schubert Arien habe ich in der Korepetitionsstunde [...]

  2. No risk no fun « rufus still thinks about his title … - November 29, 2007

    [...] Zeit bis zum Konzert war dann schnell verflogen und dann auch die Zeit bis zu meinem ersten Stück: Belsatzar - eine Ballade von Robert Schumann. Was soll ich sagen: erste Sahne – die Musik, die Aussprache, [...]

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