Heute war’s irgendwie knapp. Angefangen hat’s mit der einfachen Frage „Papa, was ist denn da, was da vom Boden so aufsteht? Da kann man den Boden aufheben …“.
Eine solche Frage bringt mich von 0 auf 100 in weniger als einer Zehntelsekunde, denn dann sind die Girls wieder dabei das Haus zu zerlegen. Ich also aufgesprungen und mir angesehen, was denn da passiert mit unserem Parkettboden und schon konnte ich das Malheur sehen. Ein Brettchen des Schliffboden konnte man schon fast heraus nehmen, genauer gesagt, die obere der einzelnen verleimten Schichten.
Brachte mich natürlich sofort auf die Idee, meinem Viali zu zeigen, wie man so ein Ding wieder kleben kann, d.h. wie man den Holzleim schon mit einer kleinen Spachtel drinnen verteilt und dann das alles zusammenklebt. Da ich aber nicht gleich eine Spachtel bei der Hand hatte, beschloss ich aus der Papierschachtel einen Karton heraus zu kramen und mit diesem zu demonstrieren. Ich fand was halbstarkes und faltete es einmal und schon war die perfekte Einwegspachtel bei der Hand – jetzt noch schnell den Holzleim und es kann losgehen.
Flasche auf, Brettchen aufheben und Leim hinein drücken. Hm? Nichts? Bisschen fester drücken und los. Hm? Noch immer Nichts. Naja, selbst ist der Mann und eine Nadel wird er nicht extra suchen gehen – also die Flasche eingespannt zwischen die Handflächen und ein sehr kräftiger Druck und …………… und SPLASH!!!!!
Ich merkte nur mehr, dass die Flasche zwischen meinen Händen zerplatzt war. Es wurde kühl am Bein, an der Türe gab es eine größere Menge des Leims, aus der Flasche rann noch was heraus, irgendwas fühlte ich im Gesicht und am Boden war auch eine größere Lacke der weißen Flüssigkeit.
Jetzt heißt es schnell handeln – „HIIIIIIILLLLFEEEEEEEEEE – Küchenrolle bitte“. Ok, zugegeben nicht der heldenhafteste Beginn, aber ich versuchte bereits erste Gegenmaßnahmen einzuleiten – sprich die kaputte Flasche (die ja immer noch einiges an Inhalt aufwies) in ein dichtes Plastiksackerl zu geben.
Die anderen waren da schon eher um mich bemüht, aber ich wollte die Bodenoberfläche retten, den Leim dann doch verwenden, wenn ich ihn schon so genial befreit hatte, meine Bekleidung einigermaßen vorbereiten für einen rettenden Waschgang. Daher schnell den Leim unter die Schindel, den Boden so gut es geht sauber wischen und dann noch etwas zum Beschweren darauf legen. Zum Glück hatte ich ein recht gewichtiges Buch bei der Hand. Dann noch schnell das Glasfenster in der Tür säubern – ok, das durfte sFrauli … wir sind ja ein Team. Danach den Mist entsorgen.
Dann machte ich mich auf ins Bad – war doch einiges vom Leim auch an mir hängen kleben geblieben. Und dazwischen immer eine jugendliche Fotografin, die ganz begeistert Fotos machte (das mit dem regelmäßigeren Fokussieren müssen wir aber wohl noch etwas besprechen und üben
).
Später dann – zur Zeit des Mittagessens – machte ich noch einen kleinen Vortrag für meinen Viali zum Thema Arbeitsplatzsicherheit. Ich erzählte so manches über Schutzkleidung und so, auch über Schutzbrillen, aber die feine Spur zwischen Oberlippe und Ohr war ohnehin noch weit entfernt vom Auge …




