O sole mio

17 11 2009

Komischer Tag heute, meine Gesangsstunde war vorverlegt worden, weil Madame – ja SIE – ihren Arbeitstag verkürzen wollte. Mir kam es aber recht, einfach die Mittagspause benutzen – sonst singe ich ohnehin nie zu Mittag. Bin also hin, etwas zu spät war ich dran, aber SIE war begeistert mich zu sehen. Wir sind es dann gleich angegangen und wir haben oder besser gesagt ich habe, wie in letzter Zeit üblich zu den Vocalisen „turnen“ dürfen. SIE war begeistert, einfach hin und weg. Habe SIE schon lange nicht mehr so erlebt.

Als erstes Lied packte ich dann auch noch eine süditalienische Schnulze aus und in kurzer Zeit ist SIE auch schon dahin geschmolzen – ich glaube, das Lied nehme ich in mein Repertoire auf, wenn man bei den Frauen einen solchen Erfolg damit hat … :mrgreen:

Das Brahms Lied Auf dem See (Blauer Himmel, blaue Wogen) konnte dann nur abfallen, aber nichts dergleichen, war SIE bei O sole mio hin und weg, so war sie jetzt hin und weger.

Weil wir ja aber Licht in die Sache bringen wollten (… sole …), bat SIE mich dann auch noch mit IHR eine Lampe kaufen zu gehen. Hach, bin ich froh, dass ich üblicherweise nicht mit IHR Lampen einkaufen gehe – es wären Streitereien, faule Kompromisse oder … pfffffffff.

Am Abend habe ich dann noch eine vielleicht folgenschwere Entscheidung getroffen … bin gespannt.

Update – der Text muss natürlich her (gefunden habe ich ihn hier):

O sole mio – Neapolitanisches Volkslied 
(Giovanni Capurro – Eduardo di Capua , 1898)

Che bella cosa na jurnata ‘e sole,
N’aria serena doppo na tempesta!
Pe’ ll’aria fresca pare già na festa…
Che bella cosa na jurnata ‘e sole.

Ma n’atu sole
Cchiù bello, oje ne’.
‘o sole mio
Sta ‘nfronte a te!

Quanno fa notte e ‘o sole se ne scenne,
Me vene quase ‘na malincunia;
Sotto ‘a fenesta toia restarria
Quanno fa notte e ‘o sole se ne scenne.

Ma n’atu sole
Cchiù bello, oje ne’.
‘o sole mio
Sta ‘nfronte a te!





Salve

11 11 2009

Habe ich vor einigen Tagen noch auf meine anscheinend missliche Situation hingewiesen, so gibt es jetzt teilweise Entwarnung. War heute in einer Besprechung, die für alle Seiten recht informativ und positiv verlaufen ist – hebt meine Stimmung in letzter Zeit doch enorm.

In der Nachmittagsprobe mit dem Korrepetitor habe ich Stücke vom Konzert am Samstag durchgesehen. Dabei konnte ich bemerken, dass das eine Stück bedeutend einfacher sein wird, als ich mit meinen Mitteln zuhause bislang gedacht habe. Dann konnten wir auch noch herausfinden, dass die eine Stelle, die mir irgendwie sehr sehr komisch und zumindest ebenso schwierig erschienen ist, eigentlich dem Tenor gehört und daher diesen plagen wird. Allerdings werden in seinem Notenschlüssel keine besonderen Unwegsamkeiten vorkommen. Somit wird sich mein Probenaufwand jetzt enorm reduzieren – viel Zeit hätte ich aber ohnehin nicht mehr. Zum Choral, der auch zu singen sein wird, verstehe ich jetzt zumindest das Notenbild und ich kann beginnen, mich auch darauf vorzubereiten.

Salve Regina

Das einzige, was mich noch beunruhigt: zum hartnäckigen Husten kommt nun ein nicht zu verachtender Schnupfen, der die Huster in schmerzvoller Weise direkt auf die Schädeldecke überträgt, aber es sind ja noch 3 Tage und da kann noch so viel passieren … jetzt werde ich erstmal meinen Schilcher genießen ;)





Ablenkung

3 11 2009

Und schon haben sie „uns“ wirklich kassiert – die angeblichen „Götter in Weiß“, nicht so wie gestern. Ein paar Werte stimmen nicht, aber zu finden ist Nichts. Und zu allem Überdruss darf der Alien die Nacht über nichts essen und auch in der Früh Nichts – das wird nicht besonders goutiert. Dann wird fast der ganze Vormittag auf die Untersuchung gewartet und dann? wird die Untersuchung abgesagt – umsonst gehungert. Erkläre das einmal einem kleinen Alien. :twisted: So wurde es mir zumindest erzählt.

Als ich dann am Abend ins Spital tuckerte, war ich dann flotti aus der Garage die Stiegen hinauf – einige wollte ich nur sagen – dann den Hügel rauf … zum Glück kann ich zum Zimmer mit dem Lift rauf. Im Zimmer höre ich dann aber die Frage, wo die bestellten Sachen für den Alien sind – shit, war wohl in der Garage unten etwas abgelenkt gewesen. Durfte also den gesamten Weg nochmals runter, die Sachen holen und dann wieder rauf – heute war somit Bewegung angesagt, aber nicht das letzte Mal. Aber für diese glänzenden kleinen fröhlichen Kinderaugen und das begeisterte Gejohle würde ich es wohl nochmals machen.

Da ich dadurch dann aber schon spät dran war – sehr spät sogar – machte ich mich auf den Weg und konnte es mit leicht überhöhter Geschwindigkeit gerade noch 10 Minuten zu spät zu IHR schaffen. SIE war heute überhaupt nicht gut aufgelegt – Verwaltungskrimskrams stand an, was mich aber eigentlich Nichts angeht. Dann gab es noch eine doofe Bewegungsübung, die mir nicht und nicht gelingen wollte – bin ja kein Hampelmann, sondern ein angehender Met-Star. Schließlich durfte ich dann noch meinen Wahn-Monolog darbieten, musste aber – zwecks Ablenkung – die typischen Cavaradossi-Handbewegungen dazu machen. :D Hat IHR aber ganz exzellent gefallen.





In der Tiefe

11 10 2009

Ich habe mich das ja schon oft gefragt, warum ich meine Stimme so ganz und gar nicht mag. Das scheint mir eine recht gute Erklärung zu sein. Vielleicht mag ich sie jetzt – meine Stimme – SIE mag sie jedenfalls, das durfte ich diese Woche wieder erfahren.

Dafür scheint sie die geplanten Schallabsorber in den neuen Räumen bereits zu hassen, bevor noch das erste der Stücke montiert ist, dabei haben sie ja so eine schöööööööne Farbe … bin gespannt, was da noch kommen wird :lol:





ERLkönig

29 08 2009

Tiroler Bierdeckel mit Kühen und Geigen und ...Der Abend der Aufführung war gekommen – ok – selber Tag, aber Abend. Abend ist auch wieder nicht ganz richtig, denn für die Meistersinger wird oftmals früher als sonst üblich mit der Aufführung begonnen, sonst bringt man die über 5 (!) Stunden nicht gut unter und außerdem will ja die lokale Gastronomie auch noch ein bisschen ein Geschäft machen.

Festspielhaus Erl

sFrauli und ich mitten drin. Zunächst mal das Bühnenbild – von der Aufführung „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner) war ich übrigens durchaus begeistert (bis auf den Hans Sachs … ist aber klar – das ist schließlich auch meine Partie ;) ). Sogar das spartanische Bühnenbild konnte ich in’s Herz schließen.

Bühnenbild "Die Meistersinger von Nürnberg"

Es blieb noch etwas Zeit für die Begutachtung der Umgebung – z.B. der Dachkonstruktionen …

Eine der Dachimpressionen

… und der Orgel des Festspielhauses.

Orgel des Festspielhauses Erl

In der Pause war dann auch Zeit, die Highsociety zu beobachten – recht gewöhnliche Sitten würde ich sagen … sehr beruhigend.

Die Feine Geselschafft von Erl

Was allerdings Kühe und Wagner gemeinsam haben, bin ich bis jetzt nicht drauf gekommen …

Wagners Kuh

Nach Ende der Aufführung – die Kuh war übrigens einer der Gäste in der ersten und zweiten Pause – fragte ich mich dann aber schon, ob sich da nicht ein Geist eingeschlichen hatte oder ein besonders fanatischer Wagner Fan oder ob’s vielleicht doch nur Zufall war …

Welcher Wagner könnte das sein?

Naja, wie auch immer – es war ein sehr schöner und gelungener Abend – detaillierte Stückkritik (Orchester, Bühnenbild, Inszenierung, Sänger usw.) gibt es hier nicht, obwohl mir schon einiges dazu einfiele … exemplarisch zeige ich den Hans Sachs, aber auch ohne Namensnennung. Eher deswegen, weil ich allergrößte Hochachtung vor allen Interpreten dieser mörderisch langen Partie habe – „stundenlang“ unterhält er sich mit den anderen … mal mit dem einen, mal mit der anderen.

Hans Sachs

Ich glaube, mir stünde die Partie auch sehr gut – so ein bisschen das Schelmische dazwischen … :mrgreen:

Die Premierenbesetzung - ja wir waren bei der Premiere, was anderes würde mir sFrauli doch nicht schenken – werde ich allerdings zum Abschied (von diesem Abend) noch her zeigen.

Premierenbesetzung in Erl

Was wir danach am nächsten noch angestellt haben? schauen kommen …





Gut zu wissen

19 08 2009

Neues Feature von wp.com und vielleicht habe ich ja selbst einmal ein Audio, das ich hier von mir ausstellen möchte. Und weil ich dieser Tage wieder einmal einen Elvis von mir gegeben habe – vielleicht schreibe ich noch darüber – gibt es eine Musikprobe von ihm.





Urban Legend

5 08 2009

Eigentlich wollte ich hier ja meine Doppelgänger präsentieren, aber mit Flash ist hier anscheinend nichts.

Auch recht. :twisted:


Was ich hier aber zumindest richtigstellen kann: entgegen einer teilweise verbreiteten Irrmeinung, bin ich Rufus und nicht Raphael Adam – auch wenn ich so gut aussehen sollte, wie seine Models, aber ich glaube er kann nicht so singen:lol:

der Rafi auf 2.bp.blogspot.com





Ungewisse Zukunft

3 07 2009

Gibt’s bei mir nicht – geht alles seinen ganz normalen Trott. Ok, nicht immer:

  • morgen Vormittag singe ich bei einer Hochzeit. Was? weiß ich noch nicht, erfahre ich dort …
  • morgen Nachmittag bin ich bei einer Hochzeit eingeladen. Zur Überraschung des Brautpaares werden ein paar Lieder mit (hoffentlich) origineller Textüberarbeitung gesungen. Welche? Welcher Text? Erfahre ich alles nach der Hochzeit und vor der Tafel, bei der wir auftreten – dort werden wir wohl auch gleich üben …
  • übermorgen Vormittag bin ich vielleicht bei einer Messe? Wann? Wo? weiß ich nicht und ich weiß nicht einmal, wann ich’s wo erfahre …

Das einzige, was wirklich sicher ist – das Konzert übermorgen Nachmittag wurde abgesagt – schade.





Ein ganz normaler Abend?

27 06 2009

Nun ist das Konzert schon ein paar Tage her und Nichts steht bislang hier darüber – wird wohl sein Gründe haben:

  • es ist ausgefallen
  • ich bin ausgefallen
  • ich habe mich bis auf die Knochen blamiert
  • ich hatte bislang noch keine Zeit

Es gibt also doch einige Möglichkeiten.

Dass es eine hastige Probe am Vortag geben würde und worum es überhaupt geht habe ich ja kurz berichtet, dann noch von dem Gesangsabend am Tag davor, der nur mehr schlecht als recht gelingen wollte und schließlich auch von den mehr oder weniger unangenehmen Ereignissen bis ziemlich knapp vor dem Konzert.


Prolog

Dann war es aber soweit – die Fahrt zum Veranstaltungsort hatten wir gut absolviert und ebenso leicht einen Parkplatz gefunden, wie uns prophezeit worden war, dass es schwierig werden wird. Naja, mit mir – dem heiligen Kalb – an Bord – was sollte da schon schief gehen.


Die Probe

Ich habe mich dann für die Probe in die Kirche gesetzt – in eine der Kirchenbänke, genauer gesagt. Als ich dann das erste Mal dran kam und dafür aufstehen und an meinen Platz gehen wollte, wurde ich von einem Kameramann verscheucht, aber der konnte ja nicht wissen, wen er da vor sich hatte. Ich machte also einen gehörigen Umweg, damit ich das Bild nicht störte und stellte mich auf den vorgesehenen Platz oder eigentlich in ein unauffälliges Winkerl – genau so, wie es halt meine Art ist.

Nachdem ich zu singen begonnen hatte, war die Kamera aber sowas von schnell auf mich gerichtet – das hat man noch nicht gesehen. Wer jetzt allerdings hofft, dass hier wieder groß Videos kommen werden, den/die muss ich leider enttäuschen. Das war wohl nur ein lokaler kleiner Sender, Kabelbetreiber oder was weiß ich. Auch die zahlreichen Fotos, die bei der Probe gemacht wurden, sind bislang nicht bei mir eingetroffen – warum auch? Vielleicht frage ich irgendwann nach …

Nun, was soll ich noch sagen, die Probe lief also ganz wunderbar, aber ein Konzert ist nun mal eben eben ein Konzert und nicht die Probe. Das Feedback von den Chorsängern oder eher mehr von den Chorsängerinnen und den Orchestermusikerinnen war aber bereits sehr ermunternd – so schlecht kann es also nicht gewesen sein.


Das Konzert – erster Teil

Für das Konzert haben sich die vereinten Chöre und das Orchester vor dem Hochaltar der Kirche aufgepflanzt, während wir armen Solisten vor der ersten Reihe der Kirchenbänke auf den Samthockern, die sonst vom Pfarrer und seiner Gefolgschaft bevölkert werden, Platz nahmen.

Für die einzelnen Solostellen – und es gibt ihrer viele – war dann aufzustehen und einen halben Meter nach vor zu treten und ein kleines Holzpodest zu erklimmen. Die ersten Zuhörer waren also beinahe in Griffweite – ich liebe das, wenn ich beim Singen aus nächster Nähe angegafft werde, aber das muss man schon aushalten. Tue ich auch. Vor vielen Jahren, als ich die ersten Male alleine vor Leuten gesungen habe – und war das Fuzzel auch noch so kurz – hat mich das nahezu fertig gemacht.

Ach ja, bevor ich es vergesse, habe ich das Werk und die Protagonisten schon vorgestellt? Nicht? Auch gut, dann hängen wir das hier also gleich an, solange noch Zeit ist … ach ja noch etwas – dieses Mal gibt es nicht nur eine einfache Information zur Entstehung der Bilder, sondern auch rudimentäre Informationen zur Verwendung des gescannten Notenmaterials. Das heißt für Euch liebe Leute aber auch, dass Ihr dieses Mal sehr genau hinsehen müsst ;) .

Zur Vorstellung ist auch noch etwas anderes zu sagen. Da ich ja nicht der auf den Plakate und in den Programmen angekündigte Basssolist war, wurde ich extra angesagt. Klar, wieso soll auch der andere am Ende mein Unvermögen büßen meine Lorbeeren einsammeln.

Die Besetzung des Abends 

So, aber jetzt endlich zum Beginn des Konzerts – ein mehrere Minuten dauerndes Vorspiel bringt die Vorstellung des Chaos – ganz mein Stück.

Eine Flötistin hat mir in der Pause vor dem Konzert gesagt, sie fängt damit überhaupt Nichts an – nun gut. Es soll ja auch unterschiedliche Geschmäcker geben …

Die Vorstellung des Chaos

Im Anschluss daran oder gewissermaßen als Überleitung erhebt auch schon einer der Solisten oder besser gesagt der Erzengel Raphael (Bass) sein Wort.

Ach so, schnell erwähnen: inzwischen war auch sFrauli in der Kirche angekommen. Sie war ob des langen Schulfestes – ich habe berichtet bei den unangenehmen Ereignissen – sehr knapp dran gewesen, hatte in der gebührenpflichtigen Garage geparkt (in Erwartung meiner hohen Gage kein Problem für sie ;) ), zur Kirche geeilt und konnte dort die reservierte Freikarte nicht in Empfang nehmen, denn diese war nicht da. Macht aber auch nichts, die Gage … Ihr wisst schon. In der teuersten Kategorie war noch was frei – kein Problem … Nun, Hauptsache sie war zum richtigen Zeitpunkt da und es war wirklich genau der richtige Zeitpunkt. Ich habe sie aber nicht gleich entdeckt – tja, man hat als Sänger auch hin und wieder etwas zu tun.

Im Anfange schuf Gott Himmel und ErdeAber jetzt zurück zum Stück – in diesem Fall sogar zu meinem. Das Orchester beendet also und man wartet bis der Nachhall der Kirche zu Ende ist. Dann darf Raphael alleine einsetzen – ungefähr 250 Zuhörer bzw. Zuseher vor ihm und 100 oder mehr (Chor und Orchester) hinter ihm. Ach ja, und einer neben ihm – der Dirigent. Und so geht es dreimal – immer schön verklingen lassen die anderen und dann gehörte der ganze Kirchenraum wieder mir – hach, ich habe es genossen und die Zuhörer sichtlich auch. Ich habe das Tempo auch noch etwas breiter angelegt, als bei der Probe – Luft ist ja meist immer genug da und wenn es Spaß macht, dann kann man es soooo herrlich genießen … ich glaube, dass ich auch schon geschrieben habe, dass es keine Audio-Aufnahme gegeben hat – schade, schade, schade.

Nun, da wir hier ja keine totale Werkbeschreibung machen wollen, halte ich mich nicht mit den Stücken dazwischen auf, sondern erwähne nur die nächsten Highlights – mit mir, klar? ;) Bemerkenswert war eines (unten) ja in mehrerlei Hinsicht – zum einen natürlich der tolle Gesang, aber dann natürlich auch „der all verheerende Schauer“ in Zusammenhang mit den Wettereskapaden dieser Tage, die bereits vor dem letzten Wochenende begonnen haben. Und dann als kleiner Drüberstreuer der Hinweis auf die Schneekanonen „der leichte flockige Schnee“ und das im Sommer. Aber zurück zur Musik - diese Rezitative bieten so viele Möglichkeiten mit Stimmungen, Stimmfarben, Dynamik und so weiter zu spielen … aber immer schön im Einklang mit dem Text, versteht sich. Das ladet ein mit dem Publikum in intensiven Kontakt zu treten … ich habe mich darauf eingelassen.

Schnee im Sommer - strange, oder?

Das Stück ging dann weiter – ohne mich, auch schön. Klar, bin ja nicht der einzige, der singen kann – wäre auch schlimm. Und relativ bald doch wieder ich – auch irgendwie logisch, aber zu den Facts and Figures komme ich wohl weiter unten noch ein bisschen oder in einem eigenen Beitrag. Die Schöpfung fein säuberlich filetiert bietet aber auch die Möglichkeit, über die einzelnen Stücke nachzulesen.

Nun, war da weiter oben von diversen Wässern die Rede, so kamen jetzt ……………… wieder Wässer und damit die einzige Arie, die ich früher schon einmal geübt hatte – „Rollend in schäumenden Wellen“. Gott sei Dank - so musste ich in den eineinhalb Tagen davor wenigstens nicht die ganze Partie lernen. Gut geübt – blieb mir also Zeit, mit der Dame in der ersten Sitzreihe zu shakern den Kontakt zum Publikum zu intensivieren. Aber man soll nicht überheblich werden – prompt kam es bei einem Umblättern zu einem kleinen Missgeschick – ich hatte zwei Blätter statt einem erwischt (ein neues Stück für Sopran – nummeriert mit 7 – statt der Koloratur, :twisted: ) und hätte ich die Arie nicht so gut gekonnt, das Unglück hätte wohl seinen Lauf genommen. Aber so – cool eines zurück geblättert, falls es etwas zum Mitlesen gäbe. Ich weiß nicht einmal, ob es jemandem aufgefallen ist – sFrauli konnte dazu Nichts erwähnen und sie war ja schon in der vierten Reihe. Also auch diese Situation ließ sich perfekt meistern.

Umblättern bitte

Nach dieser Arie kehrte dann etwas Ruhe für den Basssolisten ein – auch nicht schlecht. Somit konnte die Sopranisten werken, der Tenor musikalisch wirken und der Chor schöne Chorsätze zum Besten geben. Aber Nichts hält ewig und wieder einmal ging’s mir an den Kragen kam ich an die Reihe – ein sehr schönes Stück Und Gott schuf große Walfische“. Das Rezitativ lief schon so einmalig und die kurze Arie wurde einmal mehr an diesem Abend in sagenhaft langsamen Tempo absolviert, ein kleiner Triumph für mich. Einmal mehr herzhaftes Legato erklingen zu lassen, das sich in wohlklingende Höhen erhob. Das Ende hatte ich dann oktaviert, wie man im folgenden Notenbeispiel sehen kann. Ist aber auch sinnlos unten herum zu grundeln, wenn es sonst keine weitere Bedeutung für das Stück hat.

Nicht immer bekommt der Regisseur recht

Und weil ich mich ja trotz Zeitmangels doch möglichst intensiv vorbereitet hatte, gab es auf der Seite oben sogar eine Regieanweisung – man könnte sogar sagen im Befehlston, was aber auch nichts half ;) . Das gute Gelingen muss mir aber einen weiteren Schub Glückshormone versetzt haben und so setzte ich mich hin. Den leichten Stoß (umgangssprachlich Stesser) vom Tenor deutete ich zunächst als Anerkennung, dass das eben Gesungene wohl auch ihm gefallen hatte. Er zeigte jedoch auf die nächste Zeile in seinen Noten und der dort aufscheinende Bassschlüssel machte mich stutzig. Mir war aber sofort klar – das letzte Hinsetzen war eindeutig ein Fehler und ich versuchte möglichst würdevoll das Podium zu erklimmen und dabei nicht etwa zu lachen. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass der Tenor zwei Nummern davor gefragt hatte, wie wir das im demnächst kommenden Terzett mit dem Aufstehen handhaben werden. Vielleicht hat mich das verwirrt, meinte er danach ;) . Wozu hätte ich eigentlich stehen bleiben sollen? das kann ich Euch auch zeigen. Na, dann schaut einmal – zahlt sich doch mächtig aus, oder? :lol:

Der Stein des Anstosses

Es folgte noch das bereits erwähnte Terzett und dann kam die wohlverdiente Pause, die ich übrigens auch sehr genoss, gab es doch erneut großes Lob von ein paar Choristinnen und von der Kontrabassistin aus dem Orchester – ich glaube, sie mag mich. Wir haben schon öfters zusammen musiziert und uns hat es noch jedes Mal gefallen.


Das Konzert – zweiter Teil

Der zweite Teil des Konzertes – nicht zu verwechseln mit dem zweiten der drei Teile der Schöpfung (Teil I feiert die Erschaffung des Lichts, der Erde, der Himmelskörper, des Wassers, des Wetters und der Pflanzen; Teil II feiert die Erschaffung der Fische, Vögel, des Viehs und schließlich des Menschen; Teil III spielt im Garten Eden und erzählt die glücklichen ersten Stunden von Adam und Eva).

Obwohl der zweite Teil des Abends der Kürzere war, war für mich mehr zu singen – eine echte Herausforderung. Und damit das funktionieren kann, musste natürlich nach der Pause sofort ich beginnen.

Nach der Pause ein kleines Rezi...

Was ich hier nun ohne Noten erzählen werde, sind ein größeres Rezitativ und die darauf folgende große Arie.

Der Dirigent hat sich bereits bei einer früheren Aufführung dieser Serie darüber mokiert, dass der dortige Dirigent das vorgeschriebene Maestoso eher fröhlich dahin sprudelnd dirigiert hat. In der einen Probe, in der ich, da der Bass ja nicht da war, ein bisschen was gesungen habe, kam auch diese Arie dran und ich hatte gleich gemerkt, dass dieses Tempo für den anderen Bass etwas Bedrohendes bekommen hätte können. Ich habe daher gebeten, dass bei der damaligen Aufführung ein etwas schnelleres Tempo gewählt wird. Quittiert wurde dieses Ansinnen, das ja nicht einmal für mich war, mit dem Spruch „Jaja, das wollen alle immer schneller machen, das ist aber Maestoso“. Ich verstehe das, aber man sollte auch auf die Sänger Rücksicht nehmen – hat ja keinen Sinn, irgendwen zu quälen und schlecht aussehen zu lassen. Bei der Aufführung damals war die Arie dann übrigens tatsächlich etwas schneller. ;)

Aber zurück zur aktuellen Aufführung, die hier gerade abgehandelt wird und zurück zu der Arie. War’s ein Versuch, auszutesten, wieviel Luft ich nun wirklich habe, war’s ein Versehen oder womöglich gar eine kleine Retourkutsche. Letzteres vermutlich nicht, die ersten zwei sind vielleicht gleich verteilt. Jedenfalls gab es bereits im Vorspiel der Arie ein extreeeeeeeem breeeeeeiiiiites Tempo – keine Ahnung, wie die Bezeichnung dafür sein könnte. Ich habe es aber mitbekommen und beschlossen gegebenenfalls den einen oder anderen kleinen Boxenstopp einzulegen, wenn es mit der Luft knapp zu werden drohen sollte. Und so stellte sich die Arie, wie die bisherigen Stücke auch, als nicht zu schwierig heraus. Ich war überrascht, begeistert … und high. Ja, ich denke das trifft es ganz gut. Der jugendliche Übermut brachte mich aber auch dazu an einer Stelle der Arie bei einer Fermate, an der das Stück bzw. der Sänger ja innehält nochmals gewaltig Fahrt herauszunehmen (obwohl ja keine drin war, falls man das so sagen kann ;) ), aber auch das vermochte kein Luftloch entstehen zu lassen. Mit dem Ende der Arie war ich jedoch etwas erschöpft, aber auch sehr sehr glücklich.

Ach ja, noch ein kleiner Rückblick auf die Pause, weil es gerade auch um die gute Atmung gegangen ist. Der Dirigent hatte mich in der Pause gebeten, das Sakko zu schließen, es ist nicht wirklich meine Art, aber ich bin dem Wunsch natürlich nachgekommen – man fühlt sich aber etwas unfreier und kann weniger gut atmen, auch wenn der Anzug gerade einmal einen Tag alt war und natürlich dementsprechend perfekt saß.

... und dir gehorchen, bringt mir Freude, Glück und Ruhm ...Nach einigen weiteren Stücken neigte sich das Werk aber dann doch dem Ende zu – da war ich auch schon nicht mehr ganz so unfroh darüber, schließlich war ich bei 19 von 34 Nummern mehr oder weniger intensiv beteiligt, was einer Singzeit von einer dreiviertel Stunden entsprechen dürfte. Die Stimme war noch vollkommen frisch – obwohl ich haushalten hätte sollen, was ich nicht ganz gemacht habe – aber die Konzentration lässt dann schon mal etwas nach und so gab es im letzten Abschnitt (Adam und Eva) zwei drei Flüchtigkeitsfehler, die aber wohl nur ebenso vielen Leuten (dem Dirigenten, den anderen Solisten und mir ;) ) in der Kirche aufgefallen sein dürfte. Es kam also zum letzten großen Rezitativ von mir. Übrigens eine Stück, das dem Dirigenten aufgrund des Textes – allerdings von Eva -besonders gut gefällt.

Darauf folgt dann noch ein ziemlich langes Duett – die oben abgebildete Textversion des Anfangs wird aber wohl in diesem Blog verschwinden. Gesungen habe ich sie verständlicherweise nicht – selbst sFrauli würde das verstehen ;) . Da das Duett sehr lange ist und auch sehr blamierwürdige Koloraturabschnitte enthält, wird es meist gekürzt – so auch hier. Den dafür notwendigen Aufführungshinweis habe ich zur Sicherheit aber in „Software“ und in „Hardware“ ausgeführt. An dieser Stelle ist mir übrigens kein Missgeschick passiert. :lol:

Regieanweisung im Bürostil

Das abschließende Stück – Chor mit Solisten – eigentlich nicht mehr Teil der Schöpfungsgeschichte, aber dennoch der krönende Abschluss des Werks wurde in gewohnt perfekter Manier absolviert. Der sich daran anschließende Applaus war schier nicht enden wollend und wurde dann eigentlich nur durch den Dirigenten terminiert, der die Chormassen nach draußen dirigierte.

Vor der Kirche gab’s dann übrigens noch ein Treffen mit meinen „Fans“ aus der Musikerschar.


Epilog

Was soll ich also noch mehr erzählen – es war ein tolles Erlebnis und eigentlich ist alles gesagt. Zur Regeneration besuchten wir noch das dort eigens organisierte Schöpfungsfest. Das Gasthaus war jedoch etwas eigenartig - was man uns dort vorsetzte, erwähne ich besser nicht.

Besser waren da schon die Rückmeldungen der Leute – beispielsweise „Das Konzert war der Höhepunkt der Konzerte der letzten 20 Jahre“. So etwas hört man gerne.

Auf der Heimfahrt und auch am nächsten Tag hatten sFrauli und ich noch so manches zu bereden. Einschlafen konnte ich an diesem Abend übrigens schwer, sehr sehr schwer … Vor beinahe exakt einem Vierteljahrhundert habe ich die Schöpung zum ersten Mal live gesehen und gehört und jetzt habe ich sie selbst gesungen – ja, ja, ja :!:


Und demnächst gibt es die nächste Schöpfung, dort könnte ich ja wieder einspringen, jetzt wo ich mich auskenne. Und weitere werden folgen - vielleicht bin ich ja auch wieder einmal bei einer dabei …

Wer übrigens eine coole Seite zur Schöpfung ansehen und anhören möchte, schaut einfach hier hin. Man kann sogar verschiedenen Aufnahmen lauschen – leider keiner mit mir ;) .





Telefonbuch

26 06 2009

Kleines Feedback zum Konzert letzte Woche gab es auch schon – schön.

Lieber Rufus,

danke für die E-Mail.
Ich habe die Daten in mein „Musiker-Telefonbuch“ eingefügt und werde mich bei Bass-Bedarf gerne melden!

Viele Grüße von

Ich glaub, jetzt wird es dann bald Zeit, dass ich „kurz“ darüber berichte.