So kann man sich irren

2 11 2009

War letzte Woche (1 Konzert, 1 Messe, 1 Gesangsstunde, 1 Stunde beim Korrepetitor) die Zeit der Stimmlosigkeit – ich habe nicht berichtet – so hoffte ich, dass es diese Woche besser ist. Gestern zeichnete sich das aber zunächst nicht gerade ab – hin zum Konzert, aber großes Kratzen im Hals und lauter garstig ächzende Töne. Zum Glück verschleppte mich dann meine Lieblingsaltistin von einem geschwisterlichen Chor ins Gasthaus und ich zog mir das kälteste zu erhaschende Bier rein. Bereits bei den ersten Schlucken spürte ich, dass das was werden könnte.

Und so war es dann auch – ging bedeutend besser dahin, als ich mir jemals hätte erträumen lassen. Innerlich beschloss ich aber dennoch auf den anschließenden Gasthausbesuch zu verzichten und nach nach Hause zu flitzen, um sFrauli zu überraschen. Das ist mir dann auch tatsächlich gelungen. Der weitere Plan für den Abend war, gemütlich ein bisschen in die Glotze zu blicken um dann relativ früh ins Bettchen zu gelangen, sonst hätte der Gasthausverzicht auch keine besondere Bedeutung gehabt. Dazu ein gutes Gläschen Rotwein, aber nur eines … soll sich ja mit den aggressiven Hustensäften und Konsorten vertragen.

Knapp vor 22.00 – der Film neigte sich dem Ende zu und das Bettchen rief schon ganz leise „rufus, rufus, rufus …“ da kam ein markerschütterndes Geschrei aus dem Zimmer des Alien „bauchi weh, bauchi weh, bauchi weh …“. Nichts Gutes ahnend wollten wir helfen, aber nichts wollte so recht klappen, bis wir soweit waren, den Arzt anzurufen. Öhm, tja … der kommt vorbei? Nein, er schickte uns einfach weiter ins Krankenhaus. :evil:

Also losgefahren – zuvor noch Betreuung für unseren Viali organisiert (zum Glück hat das sofort anstandslos geklappt) – und dann im Krankenhaus Untersuchungen, Röntgen, Harnprobe … was es halt so alles geben kann. Aber so recht wollte sich keine Ursache entdecken lassen – nur die Symptome. Nach der „üblichen“ Abfertigung mit einem Antibiotikum und einem abenteuerlichen Einkauf desselben bei einer Nachtapotheke – vielleicht ein anderes Mal mehr davon – waren wir dann auch schon um 01.00 zuhause … ein ruhiger Abend sozusagen,. fast wie geplant.





kennst du die pERLe…

31 08 2009

… die Perle Tirols? Um das sogenannte Kufstein-Lied und seinen Text bzw. eher seinen Jodler ist doch glatt ein Streit entbrannt. Wer den Text lesen möchte, kann dies ziemlich weit unten tun. Hier gibt’s jedenfalls ein Bild davon, in welcher schönen Gegend wir uns also am Erlerberg befunden haben.

Blick vom Erlerberg

Bevor wir uns am Tag nach der Oper auf den Weg machten, um wieder von Tirol etwas zu sehen, mussten wir noch unseren Blick in die Ferne schweifen lassen – warum die Wanderer hier einbeinig sind? keine Ahnung.

Der einbeinige Wanderer

Und das Festspielhaus hatte ich mir – mit etwas Wehmut wieder einmal – auch nochmals kurz von außen angesehen. Schön, nicht? Soll ich es dorthin auch einmal versuchen?

Festspielhaus bei Tag

In Kufstein bewegten wir uns in die Innenstadt und dort in die Römerstraße – ein kleines Gässchen – mit ziemlich alten Häusern, aber auch einigen mehr oder weniger interessanten Details …

Die V.olksbank -auf dem Weg dorthin - ist wohl eine Finanzeinrichtung für die Gewerbebetriebe und ihre Zünfte – zumindest sieht es so aus … ;)

Volksbank

Dass man freundlich grüßt, weiß ich, aber Schirme und Jacken – ist ja beinahe wie bei der Selbsthilfegruppe … ich meine, nicht, dass ich das so genau wüsste, aber …

Hallo Schirme

Inzwischen werden sich auch vielleicht manche gefragt haben, was denn mit dem Alien und dem Viali in der Zwischenzeit passiert, während sFrauli mit mir diesen herrlichen Ausflug gemacht hatte – ist aber leicht erklärt.

Oma und Opa sind halt manchmal cooler als die Oldies

Wenn man einmal auf nichts Lust hat – Kufstein hilft. Da lasse Dich einfach nieder.

Nullbock-Hocker

Pfifferlinge sind EierschwammerlAber dann kann man sich gar nicht genug ausmalen, was es denn so geben könnte – für unsere Freunde aus dem Norden gibt es zu einigen Begriffen natürlich auch die „Übersetzungen“ – wie sollen sie sich sonst zurecht finden.

Die richtigen Rezepte für die anderen haben wir natürlich auch entdeckt …

Rezeptesammlung

Was aber nicht immer heißen muss, dass man sich auskennt – das nächste Bild zeigt nämlich keine Alpenboutique, sondern eine inneralpine Ernährungsanstalt.

Trachtenstadl

So, damit Ihr aber nicht zu hungrig werdet, nur noch ein letztes Bild aus der Gasse … hier kennt man sich aus, oder?

Weinstube Schicketanz

Ups, zu viel versprochen – ein letztes aus der Gosse lege ich noch drauf – entdeckt gleich neben der Kirche … ;)

Die Kirchgasse - ein angenehmer Platz

Das Gasthaus „Auracher Löchl“ war dann aber jedenfalls seinen Besuch wert.

Auracher Löchl

Da wurde einiges geboten. Schon mal der Ritter am EingangRitter, der menschliche – vielleicht was für lamiacucina und seine Samstagshelden – der gute Mann sah etwas in Not aus, aber dann von der Seite … was soll man sich da bloß denken?

Ich habe dann gleich auf der Karte geblättert – für Euch habe das schön bedruckte Papiersackerl übrigens etwas seziert, damit Ihr bequem alle Seiten sehen könnt.

Löchls Speisekarte

Während ich also darin blättere und mir noch Zeit übrig blieb – sFrauli wollte wissen, wie das WC aussieht - hatte ich also Muße, einen Akt im heiligen Land Tirol zu entdecken.

Der Akt in Tirol

sFrauli war dann aber bald zurück – daher hier eines der wenigen Bilder von ihr auf diesem Blog.

Leuchten

Das Essen war dann bald zubereitet und auch ebenso fein serviert, von Mitgliedern des Löchl-Clans.

Die Löchl Familie

Was wir ohne die Girls ja nicht benötigten – Ketchup – haben wir aber doch entdeckt … :shock:

Ketchup in einem alten Tirolerhaus

Und schließlich ging’s an’s zahlen – auch, wenn DIE das Zwischenrechnung nennen und das nicht als Rechnung gilt … na, soll sich einer auskennen.

Zwischenrechnung

Nach dem üppigen Mahl, schlenderten wir also zurück – in Ermangelung eines Verdauungsschnapserls dachten wir schon daran, etwas zum Einreiben zu verwenden. Scheint ja genug zu geben …

Alle Salben, die man will oder auch nicht ...

In einer weiteren Auslagen sah ich dann übrigens eine Werbung auf tirolerische Art.

Danach gab’s noch den Besuch bei einem kleinen Orgelkonzert auf der Kufsteiner Heldenorgel. Zuvor aber noch ein Blick auf die Festung …

Festung Kufstein

Und dann ein paar Impressionen zur Orgel (der Lift auf die Festung, der „Konzertsaal“, der Orgeltisch und das Blaswerk bzw. dessen Hülle ;) ).

Heldenorgel in Kufstein

Und Information, wie das mit der Festung überhaupt so funktioniert und was die Heldenorgel wohl für einen Preis haben wird – Nutzungsbedingungen sozusagen … sehr ordentlich.

Nutzungsbedingungen

Wir lösten zwei Karten – Plätze praktischerweise nebeneinander – und es konnte schon beginnen.

Konzertkarten für sFrauli und mich

Zuvor noch eine Information für die Konzertbesucher, damit jeder im Bilde ist – also schön genau lesen. ;)

Heldenorgel Besucherinformation

Das Abschlussstück konnte ich gerade noch sicher stellen – Kameraden.

Ein kleines Telefonhütterl hatte es mir dann doch auch noch angetan – zuvor aber ein Besuch beim Chinesen.

Ein Chinese in Kufstein

Zurück aber zum Telefonhütterl – habe ja letztens die Aufforderung bekommen, einen sogenannten Schillingviewer einzurichten. Also wenn ich noch so ein Hütterl finde, überlege ich’s mir …

Kapsch unda andere in kufstein

Regenschirm haben wir übrigens dieser Tage nicht benötigt, trotzdem haben wir einen gesehen. Und am Nachmittag ging es weiter …

Die Regenschirm-Arena


Ach, den Text hätte ich beinahe vergessen – manche haben ja deswegen bis hierher ausgehalten. Hier ist er also …

Kennst Du die Perle, die Perle Tirols?
Das Städtchen Kufstein, das kennst du wohl,
Umrahmt von Bergen, so friedlich und still,
Ja, das ist Kufstein dort am grünen Inn,
Ja, das ist Kufstein am grünen Inn.

(Jodeln)

Es gibt so vieles, bei uns in Tirol:
Ein guates Weinderl aus Südtirol
Und mancher wünscht sich, ‘s möcht’ immer so sein,
Bei einem Mäderl und an Gläserl Wein,
Bei einem Mäderl und an Gläserl Wein.

(Jodeln)

Und ist der Urlaub dann wieder aus.
Da nimmt man Abschied und fährt nach Haus.
Man denkt an Kufstein, man denkt an Tirol,
Mein liebes Städtchen leb’ wohl, leb’ wohl,
Mein liebes Städtchen leb’ wohl, leb’ wohl.

(Jodeln)

Die Perle Tirols (das Kufsteiner Lied)
Text & Musik: Karl Ganzer





Einlösung

8 08 2009

Weil es tags zuvor ganz erträglich gelaufen ist, hat mich sFrauli eingeladen, einen schönen Abend zu spendieren. Fiel mir auch gar nicht besonders schwer, denn ich hatte bei ihr ja noch das Ostergeschenk von vorigem Jahr offen (nicht gut).

Zuvor durfte ich aber noch schnell Rasenmähen – diesmal am Ende „versüßt“ mit einem Sauvignon Blanc, den die Nachbarin extra aus Neuseeland geholt hatte – das ist echter Einsatz.

Was das war? Naja, ein Gutschein für’s aiola upstairs. Also, rein in die Schlossbergbahn und rauf auf den Berg. Leider waren im Restaurant keine Plätze mehr frei und so mussten wir umdisponieren, aber da gibt es ja noch das Schlossbergrestaurant mit seiner Abendkarte.

Davor sind wir aber noch am Gipfel etwas herum spaziert – eine alte Gesangslehrerin von mir konnten wir unterwegs begrüßen und auf Himmelsrichtungsanzeigern auf Steinplatten beobachten, dass Ankara knapp vor St. Leonhard liegen müsste. Na immerhin wissen wir (oder wenigstens ich), dass Constanza in Rumänien oder Georgien liegt – also da drüben unten halt, wie wir vielleicht sagen würden.

Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten am Grazer Schloßberg gehört übrigens auch ein Gotisches Tor, das erst vor einigen Jahren entdeckt und freigelegt worden ist. Ich habe für sFrauli von der Informationstafel rezitiert und neben ein paar anderen erheiternden Ergänzungen am Ende ein „Und bitte beachten Sie den blauen Schimmer des Steins“ hinzu gefügt. sFrauli war ganz begeistert und ich einigermaßen verblüfft, denn irgendwer musste auf einigen Ziegelsteinen eine gut sichtbare blaue Zeichnung hinterlassen haben – das kann auch nur mir gelingen, was? ;) Ebenso, wie das Vergessen der Kamera für die „notwendige“ Dokumentation – grrrrr.

Wir sind sehr schön gesessen, Blick über Graz und das Essen war auch ganz gut. Naja, das Preis-Leistungs-Verhältnis hat für uns nicht ganz gestimmt – 63 € für 2 Personen – war dann unserer Meinung doch etwas übertrieben. Dabei mussten wir sogar noch die auf der Rechnung fehlenden Nachspeisen einmahnen. Als musikalische Untermalung gab’s ein Konzert auf den umgebauten Kasematten - Kritik mache ich hier jetzt keine – sind ja in gewissem Sinn Kollegen und wie soll ich es aus der Ferne auch exakt hören und beurteilen können … :D

Jetzt ist, soweit ich weiß, nur mehr das Geburtstagsgeschenk von letztem Jahr offen … :mrgreen:





La ci darem la manu

11 07 2009

die rechte HandWährend ich also Luiza meine rechte Hand reiche, bin ich eigentlich schon unterwegs in’s Gebirge, um mir einen feinen Wagner rein zu ziehen – nicht zu kurz und auch nicht zu lang.

Die Fahrt dagegen ist doch ziemlich lang – länger als die Aufführung … und das pro Richtung, während die Aufführung ja nur in eine Richtung geht, auch irgendwie klar. Ob ich hin finde? es gibt eine Beschreibung für Autofahrer, die da endet mit „Für weitere Informationen nutzen Sie gerne den Routenplaner oder laden Sie die Anfahrtsskizze als PDF-Datei herunter“. Gesagt, getan – naja, habe ich mir auch etwas anders vorgestellt.

Aber Hotel (eigentlich Gasthaus) ist reserviert und die Karten habe ich hoffentlich eingesteckt – wäre jammerschade.

Eigentlich sollte ja ich der Ober-Meistersänger sein ...

Und damit wir nicht nur im Auto sitzen, hängen wir den Sonntag gleich an und fahren dann erst am Montag zurück – d.h. Ihr habt sowohl hier als auch bei Euch etwas Ruhe vor mir.





Ein ganz normaler Abend?

27 06 2009

Nun ist das Konzert schon ein paar Tage her und Nichts steht bislang hier darüber – wird wohl sein Gründe haben:

  • es ist ausgefallen
  • ich bin ausgefallen
  • ich habe mich bis auf die Knochen blamiert
  • ich hatte bislang noch keine Zeit

Es gibt also doch einige Möglichkeiten.

Dass es eine hastige Probe am Vortag geben würde und worum es überhaupt geht habe ich ja kurz berichtet, dann noch von dem Gesangsabend am Tag davor, der nur mehr schlecht als recht gelingen wollte und schließlich auch von den mehr oder weniger unangenehmen Ereignissen bis ziemlich knapp vor dem Konzert.


Prolog

Dann war es aber soweit – die Fahrt zum Veranstaltungsort hatten wir gut absolviert und ebenso leicht einen Parkplatz gefunden, wie uns prophezeit worden war, dass es schwierig werden wird. Naja, mit mir – dem heiligen Kalb – an Bord – was sollte da schon schief gehen.


Die Probe

Ich habe mich dann für die Probe in die Kirche gesetzt – in eine der Kirchenbänke, genauer gesagt. Als ich dann das erste Mal dran kam und dafür aufstehen und an meinen Platz gehen wollte, wurde ich von einem Kameramann verscheucht, aber der konnte ja nicht wissen, wen er da vor sich hatte. Ich machte also einen gehörigen Umweg, damit ich das Bild nicht störte und stellte mich auf den vorgesehenen Platz oder eigentlich in ein unauffälliges Winkerl – genau so, wie es halt meine Art ist.

Nachdem ich zu singen begonnen hatte, war die Kamera aber sowas von schnell auf mich gerichtet – das hat man noch nicht gesehen. Wer jetzt allerdings hofft, dass hier wieder groß Videos kommen werden, den/die muss ich leider enttäuschen. Das war wohl nur ein lokaler kleiner Sender, Kabelbetreiber oder was weiß ich. Auch die zahlreichen Fotos, die bei der Probe gemacht wurden, sind bislang nicht bei mir eingetroffen – warum auch? Vielleicht frage ich irgendwann nach …

Nun, was soll ich noch sagen, die Probe lief also ganz wunderbar, aber ein Konzert ist nun mal eben eben ein Konzert und nicht die Probe. Das Feedback von den Chorsängern oder eher mehr von den Chorsängerinnen und den Orchestermusikerinnen war aber bereits sehr ermunternd – so schlecht kann es also nicht gewesen sein.


Das Konzert – erster Teil

Für das Konzert haben sich die vereinten Chöre und das Orchester vor dem Hochaltar der Kirche aufgepflanzt, während wir armen Solisten vor der ersten Reihe der Kirchenbänke auf den Samthockern, die sonst vom Pfarrer und seiner Gefolgschaft bevölkert werden, Platz nahmen.

Für die einzelnen Solostellen – und es gibt ihrer viele – war dann aufzustehen und einen halben Meter nach vor zu treten und ein kleines Holzpodest zu erklimmen. Die ersten Zuhörer waren also beinahe in Griffweite – ich liebe das, wenn ich beim Singen aus nächster Nähe angegafft werde, aber das muss man schon aushalten. Tue ich auch. Vor vielen Jahren, als ich die ersten Male alleine vor Leuten gesungen habe – und war das Fuzzel auch noch so kurz – hat mich das nahezu fertig gemacht.

Ach ja, bevor ich es vergesse, habe ich das Werk und die Protagonisten schon vorgestellt? Nicht? Auch gut, dann hängen wir das hier also gleich an, solange noch Zeit ist … ach ja noch etwas – dieses Mal gibt es nicht nur eine einfache Information zur Entstehung der Bilder, sondern auch rudimentäre Informationen zur Verwendung des gescannten Notenmaterials. Das heißt für Euch liebe Leute aber auch, dass Ihr dieses Mal sehr genau hinsehen müsst ;) .

Zur Vorstellung ist auch noch etwas anderes zu sagen. Da ich ja nicht der auf den Plakate und in den Programmen angekündigte Basssolist war, wurde ich extra angesagt. Klar, wieso soll auch der andere am Ende mein Unvermögen büßen meine Lorbeeren einsammeln.

Die Besetzung des Abends 

So, aber jetzt endlich zum Beginn des Konzerts – ein mehrere Minuten dauerndes Vorspiel bringt die Vorstellung des Chaos – ganz mein Stück.

Eine Flötistin hat mir in der Pause vor dem Konzert gesagt, sie fängt damit überhaupt Nichts an – nun gut. Es soll ja auch unterschiedliche Geschmäcker geben …

Die Vorstellung des Chaos

Im Anschluss daran oder gewissermaßen als Überleitung erhebt auch schon einer der Solisten oder besser gesagt der Erzengel Raphael (Bass) sein Wort.

Ach so, schnell erwähnen: inzwischen war auch sFrauli in der Kirche angekommen. Sie war ob des langen Schulfestes – ich habe berichtet bei den unangenehmen Ereignissen – sehr knapp dran gewesen, hatte in der gebührenpflichtigen Garage geparkt (in Erwartung meiner hohen Gage kein Problem für sie ;) ), zur Kirche geeilt und konnte dort die reservierte Freikarte nicht in Empfang nehmen, denn diese war nicht da. Macht aber auch nichts, die Gage … Ihr wisst schon. In der teuersten Kategorie war noch was frei – kein Problem … Nun, Hauptsache sie war zum richtigen Zeitpunkt da und es war wirklich genau der richtige Zeitpunkt. Ich habe sie aber nicht gleich entdeckt – tja, man hat als Sänger auch hin und wieder etwas zu tun.

Im Anfange schuf Gott Himmel und ErdeAber jetzt zurück zum Stück – in diesem Fall sogar zu meinem. Das Orchester beendet also und man wartet bis der Nachhall der Kirche zu Ende ist. Dann darf Raphael alleine einsetzen – ungefähr 250 Zuhörer bzw. Zuseher vor ihm und 100 oder mehr (Chor und Orchester) hinter ihm. Ach ja, und einer neben ihm – der Dirigent. Und so geht es dreimal – immer schön verklingen lassen die anderen und dann gehörte der ganze Kirchenraum wieder mir – hach, ich habe es genossen und die Zuhörer sichtlich auch. Ich habe das Tempo auch noch etwas breiter angelegt, als bei der Probe – Luft ist ja meist immer genug da und wenn es Spaß macht, dann kann man es soooo herrlich genießen … ich glaube, dass ich auch schon geschrieben habe, dass es keine Audio-Aufnahme gegeben hat – schade, schade, schade.

Nun, da wir hier ja keine totale Werkbeschreibung machen wollen, halte ich mich nicht mit den Stücken dazwischen auf, sondern erwähne nur die nächsten Highlights – mit mir, klar? ;) Bemerkenswert war eines (unten) ja in mehrerlei Hinsicht – zum einen natürlich der tolle Gesang, aber dann natürlich auch „der all verheerende Schauer“ in Zusammenhang mit den Wettereskapaden dieser Tage, die bereits vor dem letzten Wochenende begonnen haben. Und dann als kleiner Drüberstreuer der Hinweis auf die Schneekanonen „der leichte flockige Schnee“ und das im Sommer. Aber zurück zur Musik - diese Rezitative bieten so viele Möglichkeiten mit Stimmungen, Stimmfarben, Dynamik und so weiter zu spielen … aber immer schön im Einklang mit dem Text, versteht sich. Das ladet ein mit dem Publikum in intensiven Kontakt zu treten … ich habe mich darauf eingelassen.

Schnee im Sommer - strange, oder?

Das Stück ging dann weiter – ohne mich, auch schön. Klar, bin ja nicht der einzige, der singen kann – wäre auch schlimm. Und relativ bald doch wieder ich – auch irgendwie logisch, aber zu den Facts and Figures komme ich wohl weiter unten noch ein bisschen oder in einem eigenen Beitrag. Die Schöpfung fein säuberlich filetiert bietet aber auch die Möglichkeit, über die einzelnen Stücke nachzulesen.

Nun, war da weiter oben von diversen Wässern die Rede, so kamen jetzt ……………… wieder Wässer und damit die einzige Arie, die ich früher schon einmal geübt hatte – „Rollend in schäumenden Wellen“. Gott sei Dank - so musste ich in den eineinhalb Tagen davor wenigstens nicht die ganze Partie lernen. Gut geübt – blieb mir also Zeit, mit der Dame in der ersten Sitzreihe zu shakern den Kontakt zum Publikum zu intensivieren. Aber man soll nicht überheblich werden – prompt kam es bei einem Umblättern zu einem kleinen Missgeschick – ich hatte zwei Blätter statt einem erwischt (ein neues Stück für Sopran – nummeriert mit 7 – statt der Koloratur, :twisted: ) und hätte ich die Arie nicht so gut gekonnt, das Unglück hätte wohl seinen Lauf genommen. Aber so – cool eines zurück geblättert, falls es etwas zum Mitlesen gäbe. Ich weiß nicht einmal, ob es jemandem aufgefallen ist – sFrauli konnte dazu Nichts erwähnen und sie war ja schon in der vierten Reihe. Also auch diese Situation ließ sich perfekt meistern.

Umblättern bitte

Nach dieser Arie kehrte dann etwas Ruhe für den Basssolisten ein – auch nicht schlecht. Somit konnte die Sopranisten werken, der Tenor musikalisch wirken und der Chor schöne Chorsätze zum Besten geben. Aber Nichts hält ewig und wieder einmal ging’s mir an den Kragen kam ich an die Reihe – ein sehr schönes Stück Und Gott schuf große Walfische“. Das Rezitativ lief schon so einmalig und die kurze Arie wurde einmal mehr an diesem Abend in sagenhaft langsamen Tempo absolviert, ein kleiner Triumph für mich. Einmal mehr herzhaftes Legato erklingen zu lassen, das sich in wohlklingende Höhen erhob. Das Ende hatte ich dann oktaviert, wie man im folgenden Notenbeispiel sehen kann. Ist aber auch sinnlos unten herum zu grundeln, wenn es sonst keine weitere Bedeutung für das Stück hat.

Nicht immer bekommt der Regisseur recht

Und weil ich mich ja trotz Zeitmangels doch möglichst intensiv vorbereitet hatte, gab es auf der Seite oben sogar eine Regieanweisung – man könnte sogar sagen im Befehlston, was aber auch nichts half ;) . Das gute Gelingen muss mir aber einen weiteren Schub Glückshormone versetzt haben und so setzte ich mich hin. Den leichten Stoß (umgangssprachlich Stesser) vom Tenor deutete ich zunächst als Anerkennung, dass das eben Gesungene wohl auch ihm gefallen hatte. Er zeigte jedoch auf die nächste Zeile in seinen Noten und der dort aufscheinende Bassschlüssel machte mich stutzig. Mir war aber sofort klar – das letzte Hinsetzen war eindeutig ein Fehler und ich versuchte möglichst würdevoll das Podium zu erklimmen und dabei nicht etwa zu lachen. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass der Tenor zwei Nummern davor gefragt hatte, wie wir das im demnächst kommenden Terzett mit dem Aufstehen handhaben werden. Vielleicht hat mich das verwirrt, meinte er danach ;) . Wozu hätte ich eigentlich stehen bleiben sollen? das kann ich Euch auch zeigen. Na, dann schaut einmal – zahlt sich doch mächtig aus, oder? :lol:

Der Stein des Anstosses

Es folgte noch das bereits erwähnte Terzett und dann kam die wohlverdiente Pause, die ich übrigens auch sehr genoss, gab es doch erneut großes Lob von ein paar Choristinnen und von der Kontrabassistin aus dem Orchester – ich glaube, sie mag mich. Wir haben schon öfters zusammen musiziert und uns hat es noch jedes Mal gefallen.


Das Konzert – zweiter Teil

Der zweite Teil des Konzertes – nicht zu verwechseln mit dem zweiten der drei Teile der Schöpfung (Teil I feiert die Erschaffung des Lichts, der Erde, der Himmelskörper, des Wassers, des Wetters und der Pflanzen; Teil II feiert die Erschaffung der Fische, Vögel, des Viehs und schließlich des Menschen; Teil III spielt im Garten Eden und erzählt die glücklichen ersten Stunden von Adam und Eva).

Obwohl der zweite Teil des Abends der Kürzere war, war für mich mehr zu singen – eine echte Herausforderung. Und damit das funktionieren kann, musste natürlich nach der Pause sofort ich beginnen.

Nach der Pause ein kleines Rezi...

Was ich hier nun ohne Noten erzählen werde, sind ein größeres Rezitativ und die darauf folgende große Arie.

Der Dirigent hat sich bereits bei einer früheren Aufführung dieser Serie darüber mokiert, dass der dortige Dirigent das vorgeschriebene Maestoso eher fröhlich dahin sprudelnd dirigiert hat. In der einen Probe, in der ich, da der Bass ja nicht da war, ein bisschen was gesungen habe, kam auch diese Arie dran und ich hatte gleich gemerkt, dass dieses Tempo für den anderen Bass etwas Bedrohendes bekommen hätte können. Ich habe daher gebeten, dass bei der damaligen Aufführung ein etwas schnelleres Tempo gewählt wird. Quittiert wurde dieses Ansinnen, das ja nicht einmal für mich war, mit dem Spruch „Jaja, das wollen alle immer schneller machen, das ist aber Maestoso“. Ich verstehe das, aber man sollte auch auf die Sänger Rücksicht nehmen – hat ja keinen Sinn, irgendwen zu quälen und schlecht aussehen zu lassen. Bei der Aufführung damals war die Arie dann übrigens tatsächlich etwas schneller. ;)

Aber zurück zur aktuellen Aufführung, die hier gerade abgehandelt wird und zurück zu der Arie. War’s ein Versuch, auszutesten, wieviel Luft ich nun wirklich habe, war’s ein Versehen oder womöglich gar eine kleine Retourkutsche. Letzteres vermutlich nicht, die ersten zwei sind vielleicht gleich verteilt. Jedenfalls gab es bereits im Vorspiel der Arie ein extreeeeeeeem breeeeeeiiiiites Tempo – keine Ahnung, wie die Bezeichnung dafür sein könnte. Ich habe es aber mitbekommen und beschlossen gegebenenfalls den einen oder anderen kleinen Boxenstopp einzulegen, wenn es mit der Luft knapp zu werden drohen sollte. Und so stellte sich die Arie, wie die bisherigen Stücke auch, als nicht zu schwierig heraus. Ich war überrascht, begeistert … und high. Ja, ich denke das trifft es ganz gut. Der jugendliche Übermut brachte mich aber auch dazu an einer Stelle der Arie bei einer Fermate, an der das Stück bzw. der Sänger ja innehält nochmals gewaltig Fahrt herauszunehmen (obwohl ja keine drin war, falls man das so sagen kann ;) ), aber auch das vermochte kein Luftloch entstehen zu lassen. Mit dem Ende der Arie war ich jedoch etwas erschöpft, aber auch sehr sehr glücklich.

Ach ja, noch ein kleiner Rückblick auf die Pause, weil es gerade auch um die gute Atmung gegangen ist. Der Dirigent hatte mich in der Pause gebeten, das Sakko zu schließen, es ist nicht wirklich meine Art, aber ich bin dem Wunsch natürlich nachgekommen – man fühlt sich aber etwas unfreier und kann weniger gut atmen, auch wenn der Anzug gerade einmal einen Tag alt war und natürlich dementsprechend perfekt saß.

... und dir gehorchen, bringt mir Freude, Glück und Ruhm ...Nach einigen weiteren Stücken neigte sich das Werk aber dann doch dem Ende zu – da war ich auch schon nicht mehr ganz so unfroh darüber, schließlich war ich bei 19 von 34 Nummern mehr oder weniger intensiv beteiligt, was einer Singzeit von einer dreiviertel Stunden entsprechen dürfte. Die Stimme war noch vollkommen frisch – obwohl ich haushalten hätte sollen, was ich nicht ganz gemacht habe – aber die Konzentration lässt dann schon mal etwas nach und so gab es im letzten Abschnitt (Adam und Eva) zwei drei Flüchtigkeitsfehler, die aber wohl nur ebenso vielen Leuten (dem Dirigenten, den anderen Solisten und mir ;) ) in der Kirche aufgefallen sein dürfte. Es kam also zum letzten großen Rezitativ von mir. Übrigens eine Stück, das dem Dirigenten aufgrund des Textes – allerdings von Eva -besonders gut gefällt.

Darauf folgt dann noch ein ziemlich langes Duett – die oben abgebildete Textversion des Anfangs wird aber wohl in diesem Blog verschwinden. Gesungen habe ich sie verständlicherweise nicht – selbst sFrauli würde das verstehen ;) . Da das Duett sehr lange ist und auch sehr blamierwürdige Koloraturabschnitte enthält, wird es meist gekürzt – so auch hier. Den dafür notwendigen Aufführungshinweis habe ich zur Sicherheit aber in „Software“ und in „Hardware“ ausgeführt. An dieser Stelle ist mir übrigens kein Missgeschick passiert. :lol:

Regieanweisung im Bürostil

Das abschließende Stück – Chor mit Solisten – eigentlich nicht mehr Teil der Schöpfungsgeschichte, aber dennoch der krönende Abschluss des Werks wurde in gewohnt perfekter Manier absolviert. Der sich daran anschließende Applaus war schier nicht enden wollend und wurde dann eigentlich nur durch den Dirigenten terminiert, der die Chormassen nach draußen dirigierte.

Vor der Kirche gab’s dann übrigens noch ein Treffen mit meinen „Fans“ aus der Musikerschar.


Epilog

Was soll ich also noch mehr erzählen – es war ein tolles Erlebnis und eigentlich ist alles gesagt. Zur Regeneration besuchten wir noch das dort eigens organisierte Schöpfungsfest. Das Gasthaus war jedoch etwas eigenartig - was man uns dort vorsetzte, erwähne ich besser nicht.

Besser waren da schon die Rückmeldungen der Leute – beispielsweise „Das Konzert war der Höhepunkt der Konzerte der letzten 20 Jahre“. So etwas hört man gerne.

Auf der Heimfahrt und auch am nächsten Tag hatten sFrauli und ich noch so manches zu bereden. Einschlafen konnte ich an diesem Abend übrigens schwer, sehr sehr schwer … Vor beinahe exakt einem Vierteljahrhundert habe ich die Schöpung zum ersten Mal live gesehen und gehört und jetzt habe ich sie selbst gesungen – ja, ja, ja :!:


Und demnächst gibt es die nächste Schöpfung, dort könnte ich ja wieder einspringen, jetzt wo ich mich auskenne. Und weitere werden folgen - vielleicht bin ich ja auch wieder einmal bei einer dabei …

Wer übrigens eine coole Seite zur Schöpfung ansehen und anhören möchte, schaut einfach hier hin. Man kann sogar verschiedenen Aufnahmen lauschen – leider keiner mit mir ;) .





Intermezzo

24 06 2009

Gerade mal eben gab’s also den Gesangsabend und schon war auch der nächste Tag, der Tag des großen Konzerts da. Ein solcher Tag kann aber auch gehörig lang sein – aufstehen in der Früh, panisch nachdenken bzw. nachforschen, was denn alles so unter Tags zu erledigen sein wird, obwohl man genau weiß, dass genaue Gedanken fassen, schwer bis gar nicht möglich sein wird. Am Vormittag schaffte ich es aber doch ein wenig für den Abend zu üben.

Und zu Mittag? Henkersmahlzeit sozusagen, aber da ich in den letzten Wochen doch immer wieder ziemlich schwere Schuld auf mich geladen was eingebunkert habe, was mein Metabolismus nicht immer so goutierte, hieß es dann aufpassen und nicht allzu viel ins ich hinein zu stopfen.

Ein großes Konzert am Abend heißt aber auch, am Nachmittag ruhen, ruhen und nochmals ruhen. Am Besten wäre natürlich sogar ein kleines Nickerchen zu machen. So würde ich mir das auch vorgestellt haben, aber mein Viali hat ja bereits seit Wochen alle möglichen Leute mit der Ankündigung „Mein Papi grillt“ rebellisch gemacht. So war es dann auch – wir mussten also rechtzeitig zu dem Fest cruisen und dann musste ich mehr als eine Stunde in der Kälte – es hat ziemlich gegossen – warten, bis ich meinen „Dienst“ ableisten durfte. Nicht dass man sich gleich den Tod holen wird, aber man wird langsam unterkühlt und vielleicht noch schlimmer verkühlt. Das Grillen stellte sich dann auch nicht als wirkliches Grillen heraus, sondern vielmehr als Verkaufen von Koteletts und verschiedenen Arten von Würsten.

Die Stunde war dann im Flug vorbei und der verständliche Wunsch von mir nachhause zurückzukehren und etwas Ruhe zu finden. Allein das stellte sich als schwierig heraus, denn der organisierte Transporteur – sFrauli benötigte das häusliche Vehikel für Tiertransporte Kindertransporte – war, obwohl bereits zuvor gesichtet, plötzlich nicht mehr aufzufinden und so gab es eine weitere Verzögerung von einer halben Stunde.

Der entspannte Nachmittag konnte also nicht begonnen werden und dann war ja auch schon bald mit den Vorbereitungen zu beginnen: duschen, gurgeln, umziehen … apropos umziehen: ich habe mich bereits sehr auf den neuen Anzug gefreut, den ich am Vortag noch schnell gekauft und ändern habe lassen.

Und dann war die verbleibende Zeit auch schon aufgebraucht und ich wurde von meinem Chauffeur abgeholt. Jetzt ist dieser Beitrag aber schon ziemlich lange – habe ich nicht letztens gesagt, weniger ist mehr? – ob ich vom Konzert dann selber überhaupt noch was berichten soll?





There’s no business like show business

23 06 2009

Wie bereits erwähnt, obwohl hier ja Funkstille ist – prinzipiell – waren letztens bei dem Gesangsabend drei Stücke am Programm. Das angekündigte Duett hatte ich bereits abgesagt und der Kommentar meiner Partnerin dazu war „Fein, da habe ich endlich einmal einen freien Abend“. Das nenne ich echte Freude …

Aber zurück zu meiner Darbietung: da war erstens dieses Lied von Schumann – Wenn ich in deine Augen seh – sFrauli mag’s nicht und der Viali auch nicht und nach meinem Auftritt wohl niemand mehr. Echt erbärmlich der Act! :( Na, wenn das kein Beginn für das Wochenende war … SIE hat mir dann in der Pause auch ziemlich was entgegen geschleudert – ich kann’s verstehen. Das Lied war bereits zu Ende, als ich noch nicht einmal drinnen war. Dabei habe ich mich so darauf gefreut – ich finde es so schön. Nun, auf der nächsten CD wird es sich wohl nicht wiederfinden, außer es rutscht mir extrem genial heraus – mal sehen, wie sich das entwickeln wird.

Vor der Pause gab es dann noch einen gemeinschaftlichen Abgesang …

Nach der Pause und der erwähnten Kopfwäsche, gab es dann noch das Tanzlied des Pierrot – Mein Sehnen, mein Wähnen – aus „Die Tote Stadt“ von Korngold. Der Viali konnte das nicht verstehen – eine tote Stadt. Ist auch schwer, wenn das alles ist, was man davon erfährt. Ich also rauf auf die Bühne, aber den Vortritt hatten natürlich meine Luder meine Flüsterdamen, die gegen Ende des Stücks einen beachtenswerten Auftritt von ungefähr acht oder zweimal acht Takten mit dem bemerkenswert schwierigen Text „aaaa…aaah“ zu absolvieren hatten. Die Melodie war allerdings in himmlischen Sphären – allein die Darbietung konnte dem nicht ganz folgen, aber das Bemühen war groß und die Abweichungen wohl nur von mir zu erkennen. Publikumsmeinungen später haben mir bestätigt, dass Nichts unangenehm aufgefallen ist. Aber halten wir doch noch etwas inne: wie habe ich gesungen? Schon in der ersten Phrase habe ich es genossen, das Tempo gegenüber den Proben noch etwas zu entschleunigen, es war glaube ich perfektes Legato, ich konnte mit den hohen Töne spielen nach Lust und Laune, mein Atem hätte gereicht für weit längere Phrasen als vorgesehen. Dazu Mimik und Gestik, die in Verbindung mit dem Gesang, das Publikum willenlos an meiner Darbietung hängen ließ – ich hab’s gesehen, ich hab’s gespürt – unglaublich. Vielleicht konnten auch deswegen die Girls nicht anders oder es konnte keiner auf sie achten. Dann, vor meinem letzten „Mein Sehnen, mein Wähnen“ Einstieg, eine Zäsur, die länger und immer länger wurde – keiner im Saal wagte sich auch nur im geringsten zu mucksen – und als der erste gerade zum Applaus ansetzen wollte, setzte ich erneut an. Perfektes Timing, das Tempo nochmals reduziert, fast schon Stillstand und von jeder Phrase auf die nächste ein leichtes Decrescendo. Das letzte „Zurück“ war dann kaum mehr zu hören – schwer zu halten der Ton – aber ich habe ihn gut rübergebracht – kein Wackeln, kein Gieksen – und bis ans Ende des Nachspiels – also ziemlich lange – ausgehalten. Die Stecknadel hätte man fallen hören können – so hingen alle an meinen Lippen. Wow. Dann nach dem Ende einige Augenblicke, in denen sich niemand zu rühren traute, bis der Applaus los brandete und aus IHRER Ecke kam ein mehrfaches „Bravo, Bravo, Bravo„. Ich glaube jetzt mag sie mich wieder …

Und als Drüberstreuer sozusagen ein Liedchen, aus einer Ecke, die ich auch „besonders“ gerne habe, aber dieses Mal hatte es für mich auch irgendwie eine Bedeutung … ;)

There’s No Business Like Show Business
aus Annie Get Your Gun (von Irving Berlin)

The cowboys, the wrestlers, the tumblers, the clowns
The roustabouts that move the show at dawn
The music, the spotlights, the people, the towns
Your baggage with the labels pasted on
The sawdust and the horses and the smell
The towel you’ve taken from the last hotel

There’s no business like show business
Like no business I know
Everything about it is appealing
Everything the traffic will allow
No where could you have that happy feeling
When you aren’t stealing that extra bow

There’s no people like show people
They smile when they are low
Yesterday they told you you would not go far
That night you opened and there you are
Next day on your dressing room they’ve hung a star
Let’s go on with the show





Ausnahmezustand

18 06 2009

Habe ja letztens von einer Probe und einem Konzert berichtet. Der marode Bass ist ausgefallen – war er wirklich so angeschlagen oder ist er nicht besser? Hm, wir werden es nicht herausfinden – ich hatte gerade einen Anruf vom Dirigenten - und jetzt das Engagement für die nächste Aufführung des Haydn Oratoriums.

Ach ja, bevor ich’s vergesse – es ist in zwei Tagen und ich werde nun wohl mit dem Üben beginnen müssen … morgen um 7.30 (in aller Früh sozusagen – zumindest für Sänger) habe ich eine Probe.





Meine Tage

14 06 2009

Eigenartige Tage gibt es schon, das muss ich sagen. Ich erzähle jetzt mal kurz etwas, obwohl … aber keine Angst, keine der blutigen Frauengeschichten.

In der Früh, gleich nach dem Aufkriechen (ja, in meinem Alter ist das nicht mehr so), wurde ich überrascht. Ja, am Vatertag ist das so, obwohl mir noch nie aufgefallen wäre, dass sFrauli am Muttertag besonders was bekommen hätte von mir. Ich habe diesen feinen Unterschied noch ganz durchblickt.

Was ich bekommen habe, na einen kleinen Standgriller natürlich – Krawatten und Pyjama habe ich ja bereits genug :lol: . Leider ist es mir nicht ganz gelungen, die leichte Enttäuschung ganz zu verstecken, aber ich hatte ja letztens ein Grillfass gesehen und es als eher filigran abgetan. Deswegen hat sFrauli geschwind die Chance ergriffen und ein sehr kleines Ding besorgt. Was sie nicht wissen konnte, dass ich entsprechende Recherchen durchgeführt hatte und das Fass für demnächst auf meine geistige Liste gesetzt hatte. Tja, wie soll sie das schnuppern …

Nach einem ausgiebigen Mittagessen – Reisauflauf mit viel Zucker und Schokosauce darüber – machten wir uns also auf den Weg in den Garten – sFrauli, die Girls und ich. Aber anstatt dort zu bleiben, hatte ich nichts besseres zu tun, als in die Kirche weiter zu rauschen und dort zweieinhalb Stunden bei den Proben zu einem der großen Oratorien von Joseph Haydn zu verbringen. Und weil ich meist nichts normal wie andere mache, habe ich also sowohl den ganzen Chor und zusätzlich noch die gesamte Basspartie – quasi als Cover für den abwesenden Bass-Solisten – absolviert. In Summe also eine riesige Partie, aber meine Stahlbänder Stimmbänder halten das locker aus. Nach allseitigem Lob – ich halte das locker aus (aber, ob jetzt die Angebote sprudeln werden?) - ging’s zurück in den Garten, um dort noch schnell eine Jause hinunter „würgen“ zu dürfen, bevor ich mich wieder als Fahrer für meine Damenbande betätigen durfte, die sich in der Zwischenzeit köstlich amüsiert haben, während ich mich geplagt hatte.





Kleiner Mann ganz groß

6 06 2009

Ja ich weiß, der Titel ist geklaut, zumindest sieht es jetzt so aus, aber was soll ich in diesen schwierigen Zeiten. Eben.

Also, DAS Konzert – ich habe mich über ein Jahr darauf gefreut (klar, gleiche Stimmlage, er aber noch etwas dunkler) und endlich war es nun da. Ein kleines Interview gibt es auch dazu – zumindest für ein paar Tage.

Erinnerungen
Das Konzert war herrlich – vom ersten bis zum letzten Ton. Sogar die Zugaben – eine davon ein nettes Stück hier allerdings von jemand anderem gesungen. Und dann der Hinweis vor dieser Zugabe in einem leichten Wiener Slang ;) „Jetzt können’s no net gehn, gnä’ Frau – wissen’s jo net, wos vielleicht versäumen“ und dann noch als multikultureller Service, falls sie aus den USA stammen sollte „You don’t know what will come next“. Überhaupt war der ganze Abend sehr entspannt, so gab es nach der Pause die Bitte um Nachsicht, dass er ob der großen Hitze im Saal den oberen Hemdknopf geöffnet hat und zugleich gab’s die „Marscherleichterung“ für die Herren im Saal, es ihm doch gleich zu machen, falls nötig. :)

So, aber nochmals zurück zum Konzert: im ersten Teil waren Balladen von Carl Loewe – ich liebe sie (ob ich irgendwann einmal ein Video von mir mit einer solchen versuchen soll aufzutreiben?), aber so habe ich sie noch nicht gehört. Im zweiten Teil dann die Lieder der schönen Magelone von Johannes Brahms. Erstaunlich, aber Thomas Quasthoff (der zurzeit wohl beste Liedsänger, sage ich jetzt mal frivol) singt live noch besser als auf den CDs – das ist bei den meisten (auch sehr sehr guten) Sängern oft umgekehrt, habe ich den Eindruck. Und wenn dann auch noch die unnachahmliche Mimik dazu kommt, dann wird das ein perfektes Vergnügen. Deswegen gibt es unten noch ein Video mit einem etwas anderen Stück von ihm :lol: