No risk no fun

Genau – und ich hatte für heute beschlossen EXTREM VIEL FUN, aber dazu etwas später.

Also am Vormittag etwas Ablenkung – kleine Unterhaltung. Habe dann den halben Nachmittag als Zeitausgleich genommen, damit ich mich einstimme bzw. vorbereite bzw. ….. BLÖDSINN! Ein reines Logistik Problem: ich muss einfach nach Hause, etwas essen, duschen umziehen und dann hinein zur Probe. Das Essen war übrigens was Leichtes – ein feines Supperl und eine Palatschinke (hm, eigentlich 2 – also doch nicht mehr ganz leicht 😉 ). Was ich noch vergessen habe – dazwischen natürlich bisschen Dompteur für die Kinder, sFrauli hat ja auch ein Recht auf Körperpflege usw.

Die Fahrt war dann von etwas eigenartiger Unterhaltung geprägt – ich wurde als nervös, wie noch nie beschrieben. Komisch, warum wohl. Hat sich dann aber mit den ersten Tönchen bei der Probe sofort gelegt – naja, fast zumindest. Nach dem allgemeinen Einsingen und den Ensemblestücken habe ich natürlich die Arie begonnen, nur so, um ein Gefühl zu bekommen, wie’s läuft. Und es lief. Habe dann aber unter physischer Einwirkung der Georgierin gerade die schweren und hohen Stellen einige Male duchsingen dürfen (vielleicht wäre ein anderes Wort hier angebrachter) – ihr hat es jedenfalls Nichts ausgemacht 🙂 .

Die Zeit bis zum Konzert war dann schnell verflogen und dann auch die Zeit bis zu meinem ersten Stück: Belsatzar – eine Ballade von Robert Schumann. Was soll ich sagen: erste Sahne – die Musik, die Aussprache, die Deklamation – einfach der gesamte Vortrag. Damit war für mich dann der erste Teil auch (fast) bereits vor. Fast deswegen, weil wir noch alle unser Ensemblestück zum Besten gaben: Funiculi, funicula. Was auch immer das heißen mag? Spätestens nach den Textänderungen in meinem Abschnitt hat es etwas anderes geheißen 🙂 . Die anderen haben übrigens brav mitgezogen, hehe und meinen falschen Text schön artig falsch wiederholt – muss ja zusammenpassen. UND die weiteren Text in diesem Stück wurden ebenfalls kleinen Änderungen unterworfen – war wie eine Lawine und ich wieder einmal ein Trendsetter.

In der Pause gab’s dann bereits die ersten guten Kritiken und somit war ein guter Start in die „2. Hälfte“ gewährleistet. Was gab’s in der „2. Hälfte“ von mir?

Nun zuerst die schwere Arie aus Rigoletto: Cortigiani …. Guter Einstieg – sofort auf Zug gewesen, wenn man das so nennen möchte und das Rezitativ somit gleich ein erster schöner Teilerfolg. Dann ging’s in die (zumindest von mir) mit Spannung erwartete Arie, mit ihren langen Phrasen und den sehr abwechslungsreichen Rhythmen. Die Arie ist dann ja auch gespickt mit einigen Hochtönen – einer besonders (vielleicht erinnert sich wer 😉 ) obwohl er gar nicht vorgesehen war von Giuseppe Verdi. Und genau dieser bereits ziemlich zu Beginn der Arie brachte mich auch ganz schön ins Schwitzen – vorher. Als er dann an der Reihe war, WOW WOW WOW – als ob ich nie etwas anderes machen würde (hm – vielleicht kommt das ja auch noch einmal 🙂 ). Was sollte also schon passieren – somit war große Oper angesagt und nach dem letzten (schier nicht enden wollenden) Ton, gab’s dann riesigen Applaus und gleich ein kräftiges Bravo (aus Georgien, hehe). Da war er also der Fun – zahlt sich halt doch aus das (extreme) Risk. Die Zuhörer waren an diesem Abend überhaupt etwas verhalten, aber einen zweiten „Vorhang“ gab’s für mich schon bei meinen Stücken.

Nach der Arie waren eigentlich 2 Stücke von anderen – also Pause zum Erholen. Aber nix da. Ein Stück fiel aus, weil die Sängerin kurzfristig (ein paar Minuten davor) erkrankte. Somit war ich nahezu sofort wieder an der Reihe – mit dem Song aus Der Schöne und das Biest. Das Stück schloss dann nahtlos an die beiden ersten an – ok ganz optimal war es nicht, der Schlusston hätte noch länger sein können. War aber der Ausgleich für den sehr langen Schlusston im Rigoletto, damit die Leute auch wieder nach Hause kommen. YATA (yet another tosender Applaus)!!!

Was blieb noch – das Abschlussensemble Im Feuerstrom der Reben aus der Fledermaus. Ein echt flottes Stück und der Text kam trotzdem richtig von mir, na so etwas. Hatte übrigens Ruck-Zuck die gesamte Bühne okkupiert bzw. abgewandert.

Die „Fans“ waren dann übrigens allgemein sehr erfreut, um das etwas nüchterner auszudrücken. Außer einem – meinem Lieblingsfan: was machst denn eigentlich noch da?

Nach einem kurzen Intermezzo auf der Straße – zwei weibliche Fans – ging es dann in’s Lokal. Singen macht hungrig und so wanderte ein Gourmettoast aber sowas von schnell in meinen Magen.

Was es dort noch gab: meine Stunde für den nächsten Tag wurde abgesagt (aber nicht von mir, versteht sich 🙂 ), ein weiterer Fan wünschte sich endlich etwas Lustiges von mir (habe ich zugesagt – naja, kein Problem, oder?) und und und ja jetzt bin ich Per-Du mit IHR und somit im auserwählten Kreis – Georgia und Rufus. Tja, nur risk nur fun* :mrgreen: .

* Nach der Heimfahrt hat sich sFrauli natürlich seine Belohnung abgeholt …

Dieser Beitrag wurde unter Erfolg, Fan, Georgien, Gesang, YATA abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu No risk no fun

  1. Pingback: Begleitmusik « rufus still thinks about his title …

  2. Pingback: Die üblichen Verdächtigen « rufus still thinks about his title …

  3. kalesco schreibt:

    das verlangt nun doch nach einem Kommentar. etwas länger vermute.
    aaalso:
    Dompteur find ich eine nette Vorstellung 🙂
    physische Einwirkung? aufn Bauch gedrückt für hohen Ton, oder wie hat man sich das vorzustellen?
    neapolitanisch und italienisch find ich lustig. schätze mal eine Art Dialekt?
    nett vom Ensemble (immerhin ein bisserl mehr als Komparsen), dass sie so loyal waren.
    ein Anfall durch Lampenfieber? Ich hoffe doch nichts Ernstes. Ich bin momentan geprägt von GA – da fallens auch immer um wie die Fliegen und haben dann gleich einen Tumor oder ein Aneurysma
    YATA is klasse… vielleicht kannst das (googlemäßig) etablieren.
    Lieblingsfan würd ich gern wissen – fordert die Schrecksekunde ja zusätzlich heraus.
    Gourmettoast mM nach schlechter Ersatz für 800g Steak 😆

    so. *quack*

  4. bidi schreibt:

    Erklärung: Der Lieblingsfan ist der Meinung, dass nicht mehr in diesen holzverschlagenen, kleinen Kämmerchen zu singen sei, sondern …..
    Aber Mut kann man sich bekanntlich nicht kaufen.

    Frage: Wer hat sich von wem die Belohnung geholt ??? 😆

  5. the rufus schreibt:

    Also ihr seid mir 2: natürlich auf den Bauch gedrückt, wohin denn sonst 🙂 .

    Neapolitanisch ist wirklich eine Art Dialekt – klingt auch ganz nett.

    Vielleicht sollte ich noch was schreiben über (meine) Komparsen. Wir nehmen’s wie die Musketiere: alle für EINEN.

    Genau durch Lampenfieber – vielleicht sollte sie einen Kurs bei mir belegen, wie man’s bekämpft.

    YATA werde ich demnach wohl mal posten müssen.

    Und nun zu meinen Lieblingsfans: habe mich vielleicht verschrieben – Gourmandtoast. Und da mit der Belohnung war ich möglicherweise etwas ungenau – durfte nämlich mit dem Auto heimfahren :mrgreen: .

    Pah – Mut. Ich setz‘ mich jetzt dann in meine Badewanne und träller vor mich hin ……

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s