Es ist vollbracht

Das waren meine letzten Worte in der Passion heute und hier der gesamte Text (ja, habe ihn gefunden):

Johannes-Passion (Joh. 18.1-19.42) nach der Vaticana

(Ver Sacrum-Verlag Rottenburg, 1972)

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus
nach dem Evangelisten Johannes

Jesu Gefangennahme

In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus über den Zedernbach.
Da war ein Garten, in den trat er ein, er und seine Jünger.
Es kannte aber jenen Platz auch Judas, sein Verräter.
Denn oft war Jesus dort beisammen mit seinen Jüngern.

Judas also ließ sich eine Kohorte geben
und Knechte von den Hohenpriestern und Pharisäern,
und kam dorthin mit Fackeln und Lampen und Waffen.

Jesus nun, der alles wußte, was kommen sollte über ihn,
trat hervor und sprach zu ihnen:
“Wen suchet ihr?“
Sie gaben ihm zur Antwort:
“Jesus von Nazareth!“
Da sprach Jesus zu ihnen:
„Ich bin es!“

Es stand aber auch Judas, der Verräter bei ihnen.
Als Jesus sprach „ich bin es“, fuhren sie zurück und stürzten zu Boden.
Wiederum fragte es sie:
“Wen suchet ihr?“
Sie aber sprachen:
“Jesus von Nazareth!“
Da antwortete Jesus:
Ich habe euch gesagt, dass ich es bin;
sucht ihr also mich, so lasst diese von dannen zieh’n.
Auf dass sich erfülle das Wort, das er gesprochen:
Du hast sie mir gegeben. Keinen davon habe ich verloren.

Simon Petrus nun, der ein Schwert trug,
zog es und schlug nach dem Knecht der Hohenpriesters
und hieb ihm das rechte Ohr ab.
Der Knecht hieß Malchus.
Das sprach Jesus zu Petrus:
“Stecke dein Schwert in die Scheide.
Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater reicht?“


Jesu Verhör bei den Pharisäern

Die Kohorte nun und der Hauptmann und die Knechte der Juden
nahmen Jesus fest und banden ihn
und führten ihn zunächst zu Annas;
der nämlich war der Schwiegervater des Kaiphas,
des Hohenpriesters jenen Jahres.
Kaiphas war es, der den Juden geraten hatte,
besser sei es, ein Mensch sterbe für das Volk.

Es folgten aber Jesus Simon Petrus und ein anderer Jünger.
Jener Jünger war dem Hohenpriester bekannt.
So kam er mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters.
Petrus aber stand draußen bei der Pforte.
Nun kam der andere Jünger, den der Hohepriester kannte,
heraus und sprach mit der Pförtnerin und führte den Petrus hinein.

Das sagte die Magd, welche die Türe zu hüten hatte, zu Petrus:
“Bist nicht auch du einer von den Jüngern jenes Menschen?“
Das sprach Petrus:
“Nein, ich bin’s nicht.“
Es standen aber da die Knechte und Diener beim Kohlenfeuer,
denn es war kalt, und wärmten sich.
Bei ihnen stand auch Petrus und wärmte sich.

Der Hohenpriester nun befragte Jesus über seine Jünger
und über seine Lehre.
Da antwortete Jesus:
“Ich habe öffentlich gesprochen zu den Welt.
Allzeit habe ich geredet in Synagoge und Tempel,
wo alle Juden sich treffen,
und nichts habe ich geredet im Verborgenen.
Was also fragst du mich?
Frage jene die hörten, was ich zu ihnen geredet.
Siehe, diese wissen, was ich geredet habe.

Nach diesen Worten gab einer von den Dienern, der dabeistand,
Jesus einen Backenstreich und sagte:
“So antwortest du dem Hohenpriester?“
Das sprach Jesus zu ihm:
Wenn ich Unrecht geredet habe, so weise mir das Unrecht nach;

wenn aber recht, was schlägst du mich?“
Das schicke Annas ich gefesselt zu dem Hohenpriester Kaiphas.

Simon Petrus aber stand noch da und wärmte sich.
Da sagten sie zu ihm:

„Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern?“
Er leugnete und sagte:
“Nein, ich bin’s nicht.“
Da sagte zu ihm einer der Knechte des Hohenpriesters,
von jenem, dessen Ohr Petrus abgeschlagen hatte, ein Verwandter:
“Sah ich dich denn nicht mir ihm im Garten?“
Und wiederum leugnete Petrus.
Sogleich aber krähte der Hahn.


Jesus vor dem römischen Statthalter Pilatus

Von Kaiphas führten sie Jesus zum Gerichtshaus.
Es war am frühen Morgen.
Sie selbst betraten das Gerichtshaus nicht,
damit sie nicht unrein würden,
sondern essen könnten das Osterlamm.

So ging Pilatus hinaus zu Ihnen vor das Tor und sprach:
“Welche Anklage habt ihr zu erheben gegen diesen Menschen?“
Sie antworteten und sprachen:
“Wäre dieser kein Missetäter, so hätten wir ihn dir nicht überliefert.“
Da sagte Pilatus zu ihnen:
“So nehmet ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz.“
Das sagten zu ihm die Juden:
“Uns ist es nicht erlaubt, jemand zu töten.“
So sollte Jesu Wort in Erfüllung gehen, das er gesprochen,
um anzudeuten, welchen Todes er sterbe.

Pilatus ging wiederum hinein ins Gerichtshaus,
rief Jesus zu sich und sprach zu ihm:
“Bis du der König der Juden?“
Da gab Jesus zur Antwort:
“Sagst du das aus dir selbst,
oder haben es andere von mir gesagt?“

Da antwortete Pilatus:
“Bin ich denn ein Jude?
Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir übergeben.
Was hast du getan?“
Da gab Jesus zur Antwort:
“Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.
Wäre mein Königreich von dieser Welt,
wahrlich, meine Knechte hätten gekämpft,
dass ich nicht ausgeliefert würde an die Juden.
Nun aber ist mein Königreich nicht von hienieden.“

Da sprach zu ihm Pilatus:
“So bist du also doch ein König?“
Da gab Jesus zur Antwort:
Du hast es gesagt, ich bin ein König.
Dazu bin ich geboren und gekommen in die Welt,
Zeugnis zu geben der Wahrheit.
Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“
Da sprach zu ihm Pilatus:
“Was ist Wahrheit?“


Die Juden fordern den Marter-Tod ihres eigenen Messias

Nach diesen Worten ging er wiederum hinaus zu den Juden und sagte:
“Ich finde keine Schuld an ihm“.
Doch es ist Brauch bei euch,
dass ich euch einen freigebe zum Osterfest.
Wollt ihr also, dass ich euch freigebe den König der Juden?“
Da schrieen wiederum alle:
“Nicht diesen, sondern Barabbas!“
Barabbas aber war ein Räuber.

Hierauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
Und die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen
und setzten ihn auf sein Haupt und kleideten ihn in Purpur
und traten vor ihn und sprachen:
“Sei gegrüßt, König der Juden.“
Und sie gaben ihm Schläge.

Dann ging wiederum Pilatus hinaus vor das Tor und sagte:
“Seht, ich führe ihn zu euch hinaus, damit ihr einseht,
dass ich keine Schuld an ihm finde.“
Jesus trat heraus. Er trug die Dornenkrone und das purpurne Gewand.
Pilatus aber sprach:
“Seht welch ein Mensch!“
Als die Priester und Diener ihn sahen, schrieen sie und riefen:
“Kreuzige ihn, kreuzige ihn, kreuzige ihn!“
Da sprach Pilatus:
“Nehmt ihn und kreuzigt ihn. Ich finde keine Schuld an ihm.“
Da antworteten ihm die Juden:
“Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben,
denn er hat sich selbst zum Sohne Gottes gemacht.“

Als Pilatus diese Worte vernahm, wuchs seine Furcht.
Wieder ging er ins Gerichtshaus und sprach zu Jesus:
“Woher bist du?“
Jesus gab ihm keine Antwort.
Da sprach zu ihm Pilatus:
“Du redest nicht mit mir?
Weißt du nicht, dass ich Gewalt habe, dich zu kreuzigen
und Gewalt, dich freizulassen?“
Da gab Jesu zur Antwort:
“Du hättest keine Gewalt über nicht,
wäre sie dir nicht verliehen von oben.
Darum hat die größere Schuld,
der mich dir überliefert hat.“

Von da an suchte Pilatus, ihn freizulassen.
Die Juden aber schrieen:
“Wenn du diesen freigibst, bist du kein Freund des Kaisers.
Denn jeder, der sich zum Könige macht,
widersetzt sich dem Kaiser!“

Als Pilatus diese Reden hörten, führte er Jesus heraus
und ließ sich nieder auf dem Richterstuhl,
auf jenem Platze, der da heißt Lithostrothos, hebräisch Gabbatha.
Es war aber Rüsttag des Passahfestes um die 6. Stunde.
Und er sprach zu den Juden:
“Sehet euer König.“
Jene aber schrieen:
“Hinweg, hinweg, hinweg! Kreuzige ihn!“
Da sagte zu ihnen Pilatus:
“Euern König soll ich kreuzigen?“
Die Hohenpriester gaben zur Antwort:
“Wir haben keinen König als den Kaiser.“
Darauf nun lieferte er ihnen Jesus aus zur Kreuzigung.


Jesu Kreuzigung

Da nahmen sie Jesus und führten ihn hinaus
zu jenem Platz, der heißt Kalvaria, hebräisch Golgotha.
Dort schlugen sie ihn ans Kreuz,
und mit ihm zwei andere, hüben und drüben,
Jesus aber in der Mitte.
Pilatus ließ auch eine Inschrift schreiben,
und oben am Kreuz befestigen.
Darauf stand geschrieben:
“Jesus von Nazareth, König der Juden“.
Diese Aufschrift lasen viele von den Juden,
denn nahe bei Stadt lag der Platz, wo Jesus gekreuzigt ward.
Sie war geschrieben hebräisch, griechisch und lateinisch.
Da sprachen zu Pilatus die Hohenpriester:
“Schreibe nicht: König der Juden,
sondern dass er selbst behauptete
“Ich bin der König der Juden“.
Pilatus gab zur Antwort:
“Was ich geschrieben, bleibt geschrieben.“

Als die Soldaten ihn gekreuzigt hatten,
nahmen sie sich seine Kleider.
– 4 Teile machten sie daraus, für jeden Soldaten einen Teil –
und seinen Rock.
Der Rock war aber ohne Naht
von oben bis unten in einem Stück gewoben.
Sie sprachen zueinander:
“Wir wollen ihn nicht zerreißen,
sondern das Los werfen, wem er gehören soll.“
So sollte dich die Schrift erfüllen, welche sagt:
“Sie teilen meine Kleider unter sich, und mein Gewand verlosen sie.
So taten die Soldaten.

Darauf sprach Jesus, der wusste, dass alles nun vollbracht war,
auf dass die Schrift sich erfülle:
“Mich dürstet.“
Es stand da ein Gefäß, gefüllt mit Essig.
So tränkten sie einen Schwamm mit Essig
und steckten ihn auf ein Ysop-Rohr
und brachten ihn an seine Lippen.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er:
“Es ist vollbracht.“
Und neigte sein Haupt und gab den Geist auf.

Da nun Rüsttag war
und die Leiber am Sabbat nicht sollten am Kreuze hängen bleiben,
– denn es war der Tag des großen Sabbat –
baten die Juden den Pilatus,
man sollte ihnen die Gebeine zerschlagen und sie wegnehmen.
So kamen die Soldaten und brachen die Gebeine
dem ersten und dem anderen, der mit ihm gekreuzigt war.
Da sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war,
zerschlugen sie ihm die Gebeine nicht,
sondern einer der Soldaten öffnete ihm mit der Lanze die Seite
und sogleich floss hervor Blut und Wasser.
Und der es gesehen hat, hat es bezeugt
und wahrhaftig ist sein Zeugnis, und er weiß,
dass er die Wahrheit spricht, auf dass auch ihr den Glauben habt.
Denn diese Dinge sind geschehen, auf dass sich erfülle die Schrift:
“Ihm soll man kein Gebein zerschlagen.“
Und wiederum sagt eine andere Stelle:
“Sie werden blicken auf ihn, den sie durchbohrten.“

Hierauf bat Joseph von Arimathaea den Pilatus,
dass er abnehmen dürfe den Leichnam Jesu.
Er war nämlich ein Jünger Jesu, freilich nur im Geheimen,
aus Furcht vor den Juden.
Pilatus ließ es geschehen.
Er ging also hin und nahm den Leichnam Jesu herab.
Da kam auch Nikodemus,
der einst bei Nacht zu Jesus gekommen war.
Er brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, an 100 Pfund.
Sie nahmen den Leichnam Jesu,
wickelten ihn samt den Spezereien in linnene Tücher,
so wie es die Begräbnis-Sitte ist bei den Juden.
An dem Ort, wo er gekreuzigt wurde, war ein Garten,
und in dem Garten ein neues Grab.
Darin war noch niemand begraben worden.
Weil aber Rüsttag der Juden war, und das Grab in der Nähe war,
begruben sie dort Jesus.

Dieser Beitrag wurde unter Gesang, Jesus, Leiden, Passion, Text veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Es ist vollbracht

  1. the rufus schreibt:

    Klar ohne – die 3-4 Töne und ihre (nicht einmal alle möglichen) Kombinationen merke sogar ich mir 😆

  2. Pingback: Leidensweg « rufus still thinks about his title …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s