Eines steht fest

Von der Probe heimkehrend, haben sie mich doch in einer rasanten Kurve abgefangen – unsere Freunde, die Polizei.

Wenn sie nicht die kleinen Straßenhütchen (oder heißen die Verkehrsstanitzel ohne Schlag) aufgestellt hätten, ich wäre mit dem üblichen Karacho dort um’s Eck gebledert.

Nun gut, da ich gerade mitten in einer schweren Verdi Aria war – Radio laut und ich noch lauter – hatte ich ziemlich zu tun mit Abschalten und wieder herunterkommen von meiner Autobühne … irgendwie habe ich es aber trotzdem geschafft. War aber ein großer Auflauf dort unter der Autobahnbrücke – ein gutes Dutzend PKWs, einige Polizeikarossen, zig Scheriffs mit ihren Winklichterln und noch viel mehr betrübte Gesichter in den abgestellten Fahrzeugen – Erwischte wahrscheinlich.

Dann hörte ich schon – „Verkehrskontrolle“, dabei wäre mir Verkehr heute lieber gewesen. Naja, man kann nicht alles haben. Also ausgestiegen und die Papiere gezückt. Zuerst mein Tascherl mit dem Führerschein – hat dem Inspektor gefallen, obwohl das Foto schon fast ein Vierteljahrhundert und zumindest einen Waschgang bei Mama hinter sich hat. Den Zulassungsschein aus dem anderen Tascherl wollte er eigentlich gar nicht mehr sehen.

Inzwischen hatte der gute Mann auch schon den Alko-Schnelltester zusammen gesteckt und sagte zu mir „bitte da hinein blasen, bis ich stopp sage“. So etwas lasse ich mir nicht zweimal sagen. Ich holte gleich mal Luft, wie vor der letzten, längsten und wichtigsten Phrase einer Arie und schon blies ich hinein. Hmpf – nahezu kein Widerstand. Der gute Mann sah etwas erstaunt, dann piepste irgendwas und ich blies und blies, er sagte „halt“ (dabei war doch stopp ausgemacht gewesen) und ich blies … beinahe hätte er mir das Ding aus dem Mund gerissen. „Alles in Ordnung“ brachte er noch heraus – klar, was sonst? Nichts trinken darf auch nichts anzeigen, denke ich.

Bevor er mich jedoch ziehen lassen wollte, fragte er noch, ob er den anderen Führerschein auch sehen kann, den er im Tascherl vom Zulassungsschein aufblitzen gesehen hat, und ob ich denn zwei Führerscheine habe. Habe ich natürlich nicht – ich sagte „sFrauli ihrer ist das“. Er sah nach und meinte dann nur mehr kurz „das sind wirklich nicht sie – das ist eindeutig“.

Weiter ging meine Fahrt – und er? war trotz allem nett, höflich und korrekt.

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5 Antworten zu Eines steht fest

  1. lamiacucina schreibt:

    Gut, dass in der Gesangsprobe kein Trinklied eingeübt werden musste. Die wirken promilletreibend.

  2. vivi schreibt:

    Hihi, die guten Lungen eines Bariton…..

    Mich haben’s neulich angehalten, weil ich den Regenschirm auf dem Dach liegen gelassen hatte und es den in der Kurve runtergefegt hatte 😉 waren aber auch nett.

  3. Pingback: … als die Polizei erlaubt « rufus still thinks about his title …

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