Einsam in Wien?

HotelzimmerschlüsselBis 14.00 Uhr habe ich letztens abgewartet – 10 Minuten danach ist dann tatsächlich ein Email eingetrudelt, dass nichts wird aus der Opernkarte. In einem solchen Fall kann man dann nur mehr vor die Oper pilgern und sehen, ob sich ein privater Verkäufer findet, dem man das begehrte Ticket gegen einen mehr oder weniger geringen großen Aufpreis abluchsen kann. Das ist nicht meines – also wurde das Unternehmen gecancelled.

sehr kleines Wiener BadezimmerDie Fahrt nach Wien konnte ich natürlich nicht streichen, aber vielleicht findet sich ja etwas anderes. Habe daher ein paar Telefonate geführt und dann bin ich losgefahren. Bisschen über zwei Stunden und schon war ich im Hotel. Wie man oben sieht, gab’s gleich beim Empfang einen Edelstein, der wohl die Größe des Bades überdecken sollte. DA ich aber systematisch dokumentiere 😉 entgeht mir das Mini-Bad natürlich nicht.

Im Hotel war dann kurz Erfrischung angesagt und dann ging es darum, den Rest des Nachmittags und die Nacht den Abend zu verplanen. Ich hatte da die Telefonnummer einer Dame bekommen und das wollte ich dieses Mal ausprobieren. Gesagt, getan – kurzer Anruf, etwas geshakert und das Date war ausgemacht.

U2 Richtung Karlsplatz

Bin dann losgezogen und konnte unterwegs auch gleich das Motto dieses Ausflugs entdecken – eigentlich waren es ja drei, aber das mit Kunst ist – siehe oben – ja offensichtlich schon ausgefallen also wird es wohl eines der anderen beiden werden … oder beide? würde ja auch zusammen passen 😉

Die Reste vom Marathon

Und wenig später hatte ich sie auch schon getroffen, meine Begleitung – eine dunkelhaarige Schönheit – ganz im Gegensatz zum Heldenplatz. Der war alles andere als schön – kein Wunder haben doch die Marathonläufer und ihre Anhänger alles ordentlich versaut … Schweine !!! Aber die Müllabfuhr war bereits fest am Werken und ich bin mir sicher, die kriegten das wieder hin.

treffliches ArgumentDabei habe ich unterwegs ohnehin einen netten Zeitgenossen entdeckt, der unter Androhung gewisser Repressionen mit treffenden Argumenten den Vorbeikommenden signalisiert, ihren Mist nicht einfach fallen zu lassen. Allein sein träges Auftreten dürfte ihn nicht allzu durchschlagskräftig erscheinen haben lassen. Durch das Tor durch war man auch schon hinter Mozart angelangt – kein Mozartjahr zwar, aber ein zünftiger Goldbelag geht sich allemal aus – nur herschauen wollte er nicht – der Halunke. Hat wahrscheinlich gespürt, dass für seine Darbietung kein Euro locker gemacht wird. Oder war es doch seine Bekanntschaft, der er so angestrengt nachblicken musste.

Wolfer in knapp vor Platin

Wir spazierten also weiter und quer durch die Baustellen der Innenstadt – ja, das gibt es nicht nur bei uns – und zwängten uns durch die Unmengen der Terroristen Touristen. Ich verstehe nicht ganz, dass alle unbedingt da drin herum rennen müssen.

Stock im EisenUnd schon waren wir auch schon beinahe am Stephansdom und da führte mit meine Begleiterin den „Stock im Eisen“ vor. Beim letzten Mal habe ich ihn ja noch vergeblich gesucht – schon eigenartig, bin ich doch bei dem entsprechenden Straßenschild gestanden und habe ihn nicht gesehen. Liegt wohl am Glaskondom, in dem sie ihn versteckt haben – das Mistding reflektiert dann auch noch Kirchen und anderes nur einen Blick auf den Inhalt will es nicht so recht freigeben.  *grrrrrrrrrr*

Singer oder SängerDa ich aber durchaus auf andere Genüsse aus war, sind wir also noch etwas weiter getrabt – in Richtung eines lukullischen Etablissements. Unterwegs dahin konnte ich noch ein Schild aufgabeln – sehr treffend, obwohl sie da auch irgendwie einen kleinen Druckfehler rein bekommen haben müssen – naja, macht nichts.

PürstnerDer Eingang zu dem Tempel der Genüsse war dann bedingt einladend, sodass anscheinend extra in schriftlich Form aufmerksam gemacht werden muss, dass irgendwer eintritt. Die Personen vor der Türe – offensichtlich Kellner oder so – hätte uns ja überzeugen können, dass hier wenig los ist und dass das auch Gründe haben könnte. Die Leere in meiner Magengegend sprach jedoch ganz eindeutig gegen weiterziehen, obwohl ich ihr als ortskundige die Entscheidung über das weitere Vorgehen überlassen habe.

Innen drin wurde es dann ziemlich finster und es waren kaum Gäste zu entdecken, doch das stellte sich später heraus lag wohl an unserem frühen Eintreffen, denn es füllte sich zusehends – vielleicht wollte sie mich sehen oder besser gesagt hören. Dabei ist es durchaus nicht üblich, dass ich in Lokalen auftrete (vielleicht sollte ich mir das aber überlegen). Die Einrichtung war übrigens, nennen wir es, sehr gediegen. Wir sind dann aber in keinem der bemalten Fässer gesessen, sondern haben diese Plätze den Italienern und Engländern überlassen. Auf das servierte Essen hat das aber ohnehin keinen Einfluss, denke ich.

Fassplatz

Nach dem Essen, setzten wir uns wieder in Bewegung – ein bisschen durch die Straßen schlendern und danach ins Hotel.

Willkommen im Wiener Rathaus - schöner Mist

Am nächsten Tag war dann Arbeit angesagt – eine Informationsveranstaltung, bei der ich präsentierte – uff, als Letzter. Daher schon deutlich weniger Leute im Saal. Mit dem Mikrofon hatte ich dann so meine lieben Probleme – kein Wunder hätte ich es doch auch ganz wunderbar ohne geschafft, dass man meine Worte bis in die letzte Ritze hinten vernehmen könnte.

Der herzhaften Einladung ins Rathaus danach konnte ich allerdings nicht Folge leisten – einfach zu viel Mist dort, obwohl ich gehört habe, dass den die Steirer gebracht haben sollen – kaum zu glauben.

Riiiiiiiieeeeeeeeesenhotelgarage

Für die Heimreise musste ich dann wieder in das finstere Loch, das sich Garage nannte. Zum Wenden gab’s keinen Platz so schob ich verkehrt zurück hinauf durch ein schmales Tor und in eine enge Gasse – ein Abenteuer für sich. Danach noch zwei Stunden Autobahn dahin dösen, der Transfer zum Zug und heim ins Reich der Träume.

Dort konnte ich noch feststellen, dass sich in der Zwischenzeit noch weitere Damen für mich interessiert haben – nächstes Mal, ich komme ja wieder.

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8 Antworten zu Einsam in Wien?

  1. lamiacucina schreibt:

    Janitscharenzelte auf dem Heldenplatz ? Mein Gott, stehen denn die Türken immer noch vor Wien ?

  2. Elisabeth schreibt:

    *lach* Das sind ja Abenteuer, Herr Baron! 😉 So kenne ich Wien gar nicht – aber so ist das, wenn man da wohnt… 😉

  3. entegutallesgut schreibt:

    Der Stock im Eisen schaut mit der Spiegelung ohnehin schöner aus, als ohne.

  4. Marianne schreibt:

    oooooh wiiiiiien, da möchte ich auch mal wieder so gerne hin! war erst einmal da, aber es war wirklich wunder-, wunderschön! vor allem die kleinen schnuckeligen gässchen und die faszinierende atmosphäre haben es mir angetan – und natürlich (ich geb’s ja zu ;)) die sachertorte… 🙂

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