Eine Fliege in ihrer Wohnung

Hoffentlich entschuldigt Ihr, dass nicht immer nur über die Nachbarin oder sFrauli berichtet wird – aber sonst werden mir ja noch die anderen böse …

Aber mal ganz der Reihe nach – ich bin ja auf der Jagd nach einer ganz bestimmten Fernbedienung (ist sogar fett markiert – Dankeschön). Meine Girls haben sie so halbwegs vernichtet, sie macht manchmal nichts, manchmal darf man ganz schön fest drauf drücken um Glück zu haben und manchmal kommt was anderes heraus. Also in Summe eher eine unbefriedigende Situation – sogar schon für mich und ich bin üblicherweise sehr sehr geduldig – muss man auch sein mit drei Frauen im Haus.

Wie die Webseite oben gezeigt hat, scheint es das Ding zu geben, aber nur da oben bei unseren deutschen Freunden. So kann das aber nicht gehen, habe ich beschlossen und daher noch ein bisschen gesucht. Bei den Gigasets in Österreich wurde ich zwar nicht fündig, aber einen Telefonkontakt treibe ich allemal auf und dann kann es eigentlich schon losgehen.

Ich startete einen ersten Anruf – nicht ahnend, dass das nicht der letzte sein würde und was kommen sollte. 😉 Mein Gegenüber – ein norddeutscher Zeitgenosse, wie unschwer zu hören war – sicherte mir zu, dass er schauen werde und dann in etwa in 30 Minuten zurückrufen werde. Da ich zu dieser Zeit ein Kaffeetscherl mit meiner netten Arbeitskollegin ausgemacht hatte, ließ ich sie also sitzen – nicht, dass mir die Fernbedienung durch die Lappen geht.

Nach ungefähr 2 (!) Stunden hatte ich noch immer nichts von dem Teutonen gehört gehabt und so wurde ich aggressiv wieder aktiv. Mein zweiter Anruf landete erneut bei einem sehr bemühten Herrn aus unserem nördlichen Nachbarland, obwohl ich gleich merkte, dass da nichts zu holen sein wird. Dennoch kam ich zu einer URL, bei der ich es probieren sollte oder bei einer Telefonnummer. Na, der Piefke hat also das Problem geschickt dem Nächsten umgehängt. Die URL habe ich gleich probiert, aber wer dort erfolgreich ist, den möchte ich sehen.

Aber da ja noch die Telefonnummer ausständig war, rief ich dort an. Die unfreundliche nicht sehr entgegenkommende Dame 3 verwies mich wieder an die erste Nummer – verarschen kann ich mich selbst, dachte ich. Alternativ bot sie aber eine Email-Adresse an – ich habe sie notiert und mich dann aber wohl vertippt – klar, wer sonst. Ich schicke also mein Anliegen an spareports@diedomain.at statt an spareparts@diedomain.at – letzteres hätte wohl tatsächlich auch einen Sinn gehabt – im Nachhinein betrachtet. Tja, das ist Rufus 😛 Und mir gingen dazu erst später die Augen auf …

Also tätigte ich nochmals einen Anruf bei der allerersten Nummer des Tages – und siehe da eine nette Damenstimme meldete sich – ein Bayerin, wie ich sofort erkannte. Sie erklärte mir sofort in kurzen aber sehr verständlichen Worten, dass sie nur im System nachsehen könne, wenn es einen Auftrag und eine Kundennummer gibt. Man kann ja dann den Auftrag immer noch stornieren. Na servas, dachte ich – die habe ich schon gefressen … es sollte aber besser kommen, als zuerst angenommen.

Sie versuchte also, mich als Kunden anzulegen. Dazu habe ich meinen Namen buchstabiert und was machte die Gute – sie lacht ganz herzlich los und sagte, dass sie jetzt total falsch gelegen ist und eher bei einer ähnlich klingen Getreideart gelandet war. Ich erklärte ihr, dass das aber nichts macht und dass es üblicherweise in die andere Richtung noch eine viel geringere Trefferquote gäbe, wenn die Leute den Namen sehen und ihn zu reproduzieren versuchen. Das wiederum entlockte ihr ein heiteres Lachen und den Kommentar, dass sie mir ja zuhöre.

Dann wollte sie die Adresse wissen und als ich diese sagte – ich hatte schon eine erste Idee was kommen würde – lachte sie erneut drauf los, weil das ja direkt zur missverstanden Getreideart gepasst hätte …

Dann wollte sie noch eine Telefonnummer haben – eh nur fürs System, wie sie mehrmals beteuerte – und stornieren kann man dann alles immer noch …

Auf die Frage nach meinem Vornamen gab ich bereitwillig Auskunft, aber nicht ohne den Hinweis, dass sie den bitte nicht falsch schreiben solle, worauf sie – mit einem fröhlich lachenden Unterton – wissen wollte, ob ich mir jetzt extra einen komplizierten ausgedacht hatte.

Ich verneinte und den gab Preis, was preiszugeben war und die kurze Erklärung, dass sie den Anfangsbuchstaben nicht verwechseln soll. Das entlockte ihr ein heiteres „so einen kenne ich ja gar nicht“. Ich erklärte ihr den Zusammenhang mit einer berühmten Persönlichkeit – sogar aus ihrem Land. Ihre Entgegnung kam prompt – „das ist vor ihrer Zeit gewesen“. Ich lache ebenfalls auf und sage, dass das stimmt, worauf sie gleich fragte, wie ich das denn wissen könne. Meine Entgegnung war, dass ich mir zu dieser netten jungen Stimme schon etwas vorstellen kann. Ganz richtig stellte sie dann fest, dass wir ja kein Bildtelefon haben und wenn i jetzt noch sage, dass sie blond ist … Ich – schnell vorsichtig geworden, verneinte natürlich was sie mit einem „gerade noch die kurve gekriegt“ goutierte.

Und direkt darauf schaut sie auch schon in das System und suchte nach meiner Fernbedienung. Und dann … hat sie doch tatsächlich eine gefunden – passt, passt, passt. Das Ding gibt’s.

Ich musste sie allerdings wieder etwas verunsichern – denn jetzt wird es nochmals kompliziert. Warum, wollte sie wissen? Ja, weil ich andere Adresse für die Lieferung benötigen werde. Sie darauf etwas wie, dass sie sich das bereits gedacht hatte, aber wenn sie im System zurückgeht, kann sie noch eine andere Lieferadresse eingeben. Ich sage also den Firmennamen und die Adresse, was ihr ein wirklich herzhaftes „ach Scheiße“ entlockte. 😆 Ich beginne also wieder einmal zu buchstabieren, was ihr endgültig den Rest gegeben haben dürfte, weil sie es mit einem „das ist wohl die Abteilung für schwierige Fälle“ quittierte. Ich war ganz begeistert über dieses überaus menschliche und lustig geführte Gespräch und entgegnet „nein, natürlich nicht“.

In Erinnerung an den Einleitungstext vom Band, als das Telefonat begonnen hatte, fragte ich sie also nach dem Mitschnitt des Gesprächs der zu ja zu Ausbildungszwecken gemacht wird den man aber ablehnen kann- Sie sagte, dass das nicht geht, aber dieses Gespräch werden sie verwenden, glaube ich – entweder als gutes Gespräch mit einem Kunden oder zumindest als Auflockerung in einem Seminar. :mrgreen:

Dann wollte sie noch was über die anzuwendenden Postmodalitäten wissen und schließlich bedankte sie sich überglücklich und wünschte mir einen schönen Tag (was ich entsprechend erwiderte – mir hat es auch gefallen) – sie hatte heute sicher noch einen schönen Tag und ich? – ich wäre zu gerne ein Fliege in ihrer Wohnung, und würde gerne lesen, was sie heute in ihren Blog geschrieben hat …

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5 Antworten zu Eine Fliege in ihrer Wohnung

  1. lamiacucina schreibt:

    und jetzt sind wir gespannt ob das Teil eintrifft oder Du Dir einen neuen Fernseher kaufen musst.

  2. kalesco schreibt:

    schönes gespräch, schöne geschichte!

    ich hoffe die fernbedienung schafft den sprung über die wahrlich gewaltige grenze (das mit dem freien warenverkehr ham’s no net ganz verinnerlicht, deine fernbedienungshersteller…).

    falls nicht, müsstest halt bei deinen teutonischen mitlesern anfragen…

    (sorry großbuchstaben waren grad aus)
    😉

  3. Pingback: Schnitzeljagd « rufus still thinks about his title …

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