Die Mittagssonne brennet jetzt

Da ich gerade etwas dabei bin „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn zu studieren und weil mich heute schon so viele gefragt haben, wie es denn bei mir war, ob alles in Ordnung ist und ob es Gewitter gegeben hat, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Text zum Sommer – irgendwie hätte er ganz gut zu gestern Nachmittag / Abend gepasst und ich kann’s auch nicht besser schildern …

Die Mittagssonne brennet jetzt
In voller Glut und gießt
Durch die entwölkte Luft
Ihr mächtiges Feu’r in Strömen hinab.
Ob den gesengten Flächen schwebt
Im niedern Qualm ein blendend Meer

Dem Druck erlieget die Natur.
Welke Blumen,
Dürre Wiesen,
Trockne Quellen:
Alles zeigt der Hitze Wut,
Und kraftlos schmachten Mensch und Tier,
Am Boden hingestreckt.

O seht! Es steiget in der schwülen Luft
Am hohen Saume des Gebirgs
Von Dampf und Dunst ein fahler Nebel auf.
Emporgedrängt dehnt er sich aus
Und hüllet bald den Himmelsraum
In schwarzes Dunkel ein.

Hört, wie vom Tal ein dumpf Gebrüll
Den wilden Sturm verkünd’t!
Seht, wie von Unheil schwer
Die finstre Wolke langsam zieht
Und drohend auf die Eb’ne sinkt.

In banger Ahnung stockt
Das Leben der Natur.

Kein Tier, kein Blatt beweget sich,
Und Todesstille herrscht umher.

Ach, das Ungewitter naht!
Hilf uns, Himmel!
O wie der Donner rollt!
O wie die Winde toben!
Wo flieh’n wir hin!
Flammende Blitze durchwühlen die Luft,
Von zackigen Keilen berstet die Wolke,
Und Güsse stürzen herab.
Wo ist Rettung?
Wütend rast der Sturm;
Der weite Himmel entbrennt.
Weh‘ uns Armen!
Schmetternd krachen Schlag auf Schlag,
Die schweren Donner fürchterlich.
Weh‘ uns, weh‘ uns!
Erschüttert wankt die Erde
Bis in des Meeres Grund.

Die düstern Wolken trennen sich,
Gestillet ist der Stürme Wut.

Und wie im Text war Abends dann „gleich“ alles wieder so einigermassen vorbei – zumidnest in unserer Gegend – und ich darf heute schon wieder in der Hitze schmachten …

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4 Antworten zu Die Mittagssonne brennet jetzt

  1. lamiacucina schreibt:

    Ich lass mir diesen Herrn kommen, der reinigt die Luft wirkungsvoll:

    Schwüles Gedünst schwebt in der Luft;
    lästig ist mir der trübe Druck!
    Das bleiche Gewölk
    samml‘ ich zu blitzendem Wetter,
    das fegt den Himmel mir hell.
    He da! He da! He do!
    Zu mir, du Gedüft! Ihr Dünste, zu mir!
    Donner, der Herr, ruft euch zu Heer!

  2. Elisabeth schreibt:

    Wow, also ICH hätte es auch nicht besser sagen können… *staun*

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