Sangfroid

Kein Tag ohne Lernen. Ja, Sangesfreude, dachte ich auch im ersten Moment – Sangfroid ist es aber nicht. Dennoch kann es was mit dem folgenden Beitrag zu tun haben – genau so wie der Knilch da nebenan.

Aber nochmals ein paar Tage zurück … es war also Probe für das Konzert vorgestern und alle waren gekommen und lieferten – wie schon so oft – erbärmlich wenig. Ich will mich da gar nicht ausnehmen – tue es aber in aller Bescheidenheit trotzdem. Habe also meine Gesangsnummern abgeliefert und dann, weil es herzlich unprofessionell abläuft meistens, gewartet, gewartet und nochmals gewartet.

Naja, kann man nichts machen. Irgendwann war es mir dann aber zu blöd und ich bat den Pianisten, die allgemeine Szene vor zu ziehen. Das wollte er aber gar nicht, weil ohnehin nur mehr 2 Stücke davor waren. Was er nicht wissen konnte, dass diese 2 Stücke ewig dauern würden, mit den vielen Unterbrechungen durch SIE und den anschließenden Wiederholungen durch die Künstler. Und so bin ich dann abgezogen – SIE im Hintergrund stinksauer … PECH.

Auf meine beschwichtigende Mail, gab’s dann wie so oft eine nette Antwort:

Danke für E-mail!
Mach dir keine Sorgen-Brindisi haben wir schon gestrichen…

Gut, dass ich mir das Warten erspart hatte. Was ich mir aber nicht erspart hatte, war meine große Szene mit Chor und eben dafür war obiges Bild, das ich austeilte. Was macht das auch schon für einen Unterschied – Don Camillo … Escamillo. Eben dachte ich mir und teilte somit – im Sinn der Regie – Autogrammkarten mit dem Konterfei oben aus, was zur allgemeinen Unterhaltung beitrug und vielen das Singen ziemlich erschwerte … 😆

Am Tag vom Konzert dann – vorgestern also – lief dann alles wie am Schnürchen (zumindest für mich). Ich absolvierte meine Stücke:

  • Zueignung (von R. Strauß): routiniert aber nicht mitreißend … das werde ich wohl nur mehr singen, wenn es in einem Programm von mir richtig eingebettet ist, sonst wird das Nichts. 😉
  • Bei Männern welche Liebe fühlen (aus der Zauberflöte von W.A. Mozart): ein Duett, das man (eigentlich SIE) mir auf’s Auge gedrückt hat … das werde ich sicher nie mehr singen – habe auch zur Sicherheit den Text während des Singens abgeändert, was meiner Partnerin natürlich aufgefallen ist 😀
  • irgendwas von V. Bellini: ich im allgemeinen Gesäusel des Background-Chores – bäh … da sage ich nicht einmal, ob ich das je wieder singen möchte/werde 😈
  • O sole mio (von E. di Capua): hätte sie mich nicht genötigt, vom Pfad der Tugend (der Tradition von Gigli und Pavarotti folgend) abzuweichen, hätte ich das Stück gerne gesungen und sicher auch besser – ok, es war besser, aber ich stelle mir mehr vor. Ob ich es nochmals singe? aber sicher doch, denn ich habe einen Folgeauftrag erhalten 😆

Und dann war da noch – mein Stück: Votre toast (von G. Bizet). Unterschied zur Probe war jedenfalls, dass ich andere Autogrammkarten hatte (den Matador dafür gab es übrigens hier). Ein weiterer Unterschied war mein legeres Outfit. Ok, manche haben es dann auch anders bezeichnet – vielleicht hätte ich ja das Hemd nicht so weit öffnen sollen … Und dann war da noch die Stimme, die ich etwas sehr überschwänglich einsetzte, der Ausflug ins Publikum, um die Karten zu verteilen und der rasende Applaus danach sowie einige Leute, die auch gerne noch Karten haben wollten. Gut, dass ich doch einige gemacht hatte … Textunstimmigkeiten mussten sein, wie fast immer, aber was macht das schon bei einem französischen Text, den ohnehin nur die wenigsten verstehen bzw. kennen.

Dass ich es vermutlich nochmals singen werde – im Minoritensaal wenn’s stimmt, habe ich dann erst Stunden später erfahren

Ob es übrigens die richtigen Autogrammkarten waren, kann ich nicht sagen – zwei andere Varianten wurden mir jedenfalls zuvor verboten … Ihr könnt ja dazu senfen uind Euch beschweren.

Und zwei kleine Anekdötchen gibt es auch noch zum Thema Auftreten des Matadors. Die eine vom Bahnhof:

Ich bin also gerade dabei den Zug zu verlassen – die zwei Schiebetüren sind offen – und die Masse des Nachmittags-von-der-Arbeit-nach-Hause-Verkehrs möchte bereits ins Abteil strömen, weil ich etwas spät mit dem Aussteigen war. Ich bewege mich also tür-mittig, gepanzert in meinem Anzug, in der einen Hand die Notenmappe und in der anderen der Kleidersack mit dem Torreador-Outfit und muss daher etwas breit und überheblich gewirkt haben. Jedenfalls wich die versammelte drängende Menge nach links und rechts zurück, als ob der Leibhaftige erschiene …

Die zweite dann wenige Minuten später aus der Fußgängerzone:

Ich abermals gepanzert in meinem Anzug etc. (Ihr wisst schon) genau in der Mitte der Straße in der FuZo. Kommt mir doch glatt ein Auto entgegen. Nun, den lasse ich da nicht so einfach druchfahren – erstens darf er das nicht und zweitens bin ich ja schon der Torreador. Ich gehe also gerade weiter, das Auto wird langsamer, ich gehe weiter (hoch erhobener Kopf und stolzer strenger Blick) und das Auto weicht aus ohne, dass ich nur einen Millimeter von meiner Route abgewichen wäre …

Ich glaube, ich war schon recht gut in meiner Rolle drinnen :mrgreen:

Für den kleinen „Unfall“ meines Aliens kann ich jedenfalls nichts – auch wenn es den Braunen Ton angeblich gibt …

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2 Antworten zu Sangfroid

  1. lamiacucina schreibt:

    für mich bitte eine Autogrammkarte des Modells, das dem Herrn mit dem schwarzen Fladenhut mitten in der Strasse im Wege steht.

  2. the rufus schreibt:

    Das habe ich mir fast gedacht 😆

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