Schuld sind die Anwender

Gestern machten wir uns also auf den Weg, um ein feines Gartenhütterl für sFrauli zu bestellen. Der Weg führte also zu einem maxbau oder wie auch immer der heißt …

Der Herr in der entsprechenden Abteilung war gleich sehr nett und entgegenkommend. Man könnte aber auch sagen, das war das letzte Positive, was es zu berichten gab, aber der Reihe nach …

Wir stürzen also auf die Informationsstelle zu, Katalog in der Hand – schließlich wussten wir ja schon, was es werden soll – und schlugen bei dem netten Berater – nennen wir ihn „Der gute Hirte“ – den Katalog auf und versuchten, die Hütte zu ordern …

sFrauli: Wir möchten diese Hütte bestellen.

Der gute Hirte: Gut, machen wir.

Das Unheil nimmt also seinen Lauf, was aber da noch keiner wusste. 😉

Rufus: Also auf der Abbildung ist das Fenster auf der einen Seite und in der Skizze sind überhaupt 2 Fenster und die auf der anderen Seite …

Der gute Hirte: Ja, stimmt.

Der gute Hirte beginnt also eine Skizze anzufertigen und irgendwie sieht man, dass er so etwas bereits gemacht haben muss – naja, kommt schon mal vor.

Rufus: Auf der einen Seite ist das Carport.

Der gute Hirte: Ja, das Carport. Und von welcher Seite fährt man hinein?

Der Mann weiß, was er tut und zeichnete das Carport nach meiner Antwort gewissenhaft ein.

sFrauli: Aber die Fenster sind nicht wie im Katalog, sondern auf der anderen Seite.

Der gute Hirte: klar

Auch diese werden sorgsam eingezeichnet, wie es sich eben gehört.

Rufus: Nun zum Dach – das ist in der Abbildung auch nicht so ausgerichtet, wie wir das wollen. Oder?

Fragender Blick – sFrauli will nicht antworten und ….

sFrauli: Das ist mir eigentlich egal.

Von wegen, aber das kann ja nur ich wissen. Und daher erkläre ich dem guten Mann, wie das Dach ausgerichtet sein soll und sFrauli nickt zustimmend, als ob sie das immer schon so behauptet hätte. Damit er nun aber dieses Detail verewigen konnte musste unser guter Hirte, die Skizze neu beginnen, sodass er sie mit einem Aufriss ergänzen konnte (komisch, sonst bin ja eigentlich ich für den Aufriss zuständig, aber das ist eine andere Geschichte 😉 ).

sFrauli: Ist da jetzt ein Boden dabei?

Dabei wollten wir ja gar keinen Boden. Hmmm?

Der gute Hirte: Weiß ich jetzt nicht.

Ich auch nicht, was die Frage soll.

Rufus: Das ist ja unerheblich. Wenn einer dabei ist, nehmen wir ihn und wenn keiner dabei ist, bestellen wir keinen zusätzlichen.

Nun beginnt unser fleißiger Geselle also mit der Eingabe der Daten ……. in SAP, oje. Zuerst muss er meine Daten eintragen. Dabei fällt ihm ein, dass er uns gutes tun könnte und schwatzt uns eine Kundenkarte auf – naja 6% bei ca. 1.800 € machen schon sowas bei 100 € aus – fein. Er tipsselt also die Details von mir und von der Karte ein und legt die Karte …… ups, direkt neben einer andere neue Karte. Dann möchte er den Auftrag eintippen, aber zuvor …

sFrauli: Wie machen wir das? können Sie uns sagen, ob unsere Änderungen funktionieren.

Hat mich einiges an Überzeugungskunst gekostet, die beiden zu überzeugen, dass auch das unerheblich sein wird, weil wir ja nicht weiter suchen möchten und halt eine andere Lösung finden werden müssen, falls nicht alles so geht, wie wir uns das vorstellen bzw. wünschen. sFrauli dachte auch nicht, dass man die Skizze faxen könnte, sondern nur mündliche erklären kann … eine Horrorvorstellung für mich.

Inzwischen tobte bereits der Kampf David gegen Goliath oder besser gesagt Der gute Hirte gegen SAP. Bereits der Kundendatensatz war schwierig, weil ja auch nicht sein kann, dass man mit Eingabe der Postleitzahl auch bereits den Ort zur Verfügung hat. Die nächsten Troubles tauchten mit unserer Bestellung auf: Sammelbestellung, Sonderbestellung und all so lustige Dinge warf die Software zurück immer schön im Fehlerrot gehalten.

Unser guter Hirte wurde bereits nervös, aber ich klärte ihn auf, dass SAP dem Benutzer diktiert und nicht umgekehrt. Als nichts mehr ging, griff der gute Hirte zum Telefon:

Der gute Hirte: Kann wer kommen? ich bin ganz alleine hier und einige Kunden da … wenn nciht sofort wer da ist, mache ich keine Bestellungen mehr.

Er erklärte mir auch, dass er aus einem Tiefbau-Büro erst vor einem Monat hier her kam und dort eine viel einfachere und bedienbarer Software verwendet hatte – allerdings nicht so ruhi, wie das jetzt klingt sondern eher sehr aufgeregt. Ich kann den guten Mann nur zu gut verstehen …

Ein flottes Helferlein gesellte sich zu uns – nicht ganz unserer Sprache mächtig, aber auch sehr hilfsbereit und freundlich. Liegt wohl auch an der Ruhe und Gelassenheit, die ich ausströmte … mir gefiel die Geschichte grade zu gefallen an 😆

Flottes Helferlein: kein Problem, das haben wir gleich.

Und so flott ging es dann auch und schwupsdiwups – keine zusätzlichen Details beim Produkt erfasst. Oje und ausgedruckt und ojeoje ein falscher Name – wohl der von der anderen Karte, die zuvor daneben gelegen ist. Aber nicht genug, der zweite Kunde hatte gerade die Karte auf der Rückseite unterschrieben – meine Karte. 😈

Der gute Hirte abermals am Telefon, fordert weitere Verstärkung an, die dann auch gleich in Form einer guten Fee erschien. Und mit der ging es dann aber gleich Schlag auf Schlag.

  • Stornierung des Auftrages, der ja dem falschen Kunden zugordnet war.
  • Abrechnung für den anderen Kunden, der nun ebenfalls bereits einige Zeit gewartet hatte.
  • Neuaustellung der Kundenkarte für mich, weil ja meine Karte bereits vom anderen unterschrieben worden war.
  • Neueingabe meiner Order auch mit den gefinkelten Details oder besser gesagt zumindest mit ein paar der Details … der Rest davon muss am nächsten Tag per Telefon und Fax verhandelt werden.

An der Kasse ging dann alles zum Glück – da meine Damen bereits ins Auto abgezogen waren und dort warten durften – noch reibungsloser vor sich … einzig meine Frage, womit ich bezahlen darf, wurde mit „Womit sie wohlen“ quitiert und wir wären beinahe an meinem Vorschlag „Dann bitte mit Muscheln“ gescheitert … eh klar, die Kunden und Benutzer – schlimme Zeitgenossen.

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7 Antworten zu Schuld sind die Anwender

  1. lamiacucina schreibt:

    In Läden, wo SAP verwendet wird, verlange ich als erstes immer einen bequemen Sessel. Das dauert erfahrungsgemäss Stunden.

  2. the rufus schreibt:

    Das habe ich denen dort auch gesagt, aber sie wollen nicht hören.
    Wer nicht (auf den Kunden) hören will, muss (den Kunden) fühlen 😆

  3. syntaxia schreibt:

    Dann darfst du gern berichten, ob und wenn eure Hütte dann ankommt. Ob da dann noch alles passt??

    ..grüßt Monika

  4. Maja schreibt:

    ist das Hütterl fürs Frauli als Wohnung gedacht ?

  5. Pingback: Verscheißern kann ich mich selber auch « rufus still thinks about his title…

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