Schon wieder um ein Jahr?

Ganz so schnell geht es zum Glück ja nicht, aber viel fehlt nicht mehr. Zumindest ein neuerliches Weihnachten (dort sind hin und wieder so Videos, bei denen man sich von mir was anhören „muss“) ist uns wieder beschieden, weil sich wer die Ballade gewünscht hat. Und da meine Vorbereitungen für den Wettbewerb bereits beginnen stressiger zu werden, könnt Ihr auch ein bisschen Musik hören / sehen, dachte ich mir…

Und für die, die Nichts verstehen, gibt’s wie gehabt den Text:

Erlkönig von Franz Schubert (1797 – 1828)
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?“
„Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.“

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

„Mein Vater, mein Vater,
und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?“
„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.“

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

„Mein Vater, mein Vater,
und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?“
„Mein Sohn, mein Sohn,
ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.“

„Ich liebe dich,
mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig,
so brauch ich Gewalt.“

„Mein Vater, mein Vater,
jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!“

Dem Vater grauset’s,
er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Müh‘ und Not:
In seinen Armen das Kind war tot.

Das mit der Übersetzung weiß ich nicht, ob das wirklich so schlau ist, auch wenn sie von Sir Walter Scott ist. Naja, ich hebe sie hier auf zum Nachsehen, falls ich das einmal Englisch singen soll – wer will, kann das ja probieren und mir eine Aufnahme überlassen … :mrgreen:

O who rides by night thro‘ the woodland so wild?
It is the fond father embracing his child;
And close the boy nestles within his loved arm,
To hold himself fast, and to keep himself warm.

„O father, see yonder! see yonder!“ he says;
„My boy, upon what dost thou fearfully gaze?“
„O, ‚tis the Erl-King with his crown and his shroud.“
„No, my son, it is but a dark wreath of the cloud.“

„O come and go with me, thou loveliest child;
By many a gay sport shall thy time be beguiled;
My mother keeps for theee many a fair toy,
And many a fine flower shall she pluck for my boy.“

„O father, my father, and did you not hear
The Erl-King whisper so low in my ear?“
„Be still, my heart’s darling–my child, be at ease;
It was but the wild blast as it sung thro‘ the trees.“

„O wilt thou go with me, thou loveliest boy?
My daughter shall tend thee with care and with joy;
She shall bear three so lightlyt thro‘ wet and thro‘ wild,
And press thee, and kiss thee, and sing to my child.“

„O father, my father, and saw you not plain
The Erl-King’s pale daughter glide past thro‘ the rain?“
„Oh yes, my loved treasure, I knew it full soon;
It was the grey willow that danced to the moon.“

„O come and go with me, no longer delay,
Or else, silly child, I will drag thee away.“
„O father! O father! now, now, keep your hold,
The Erl-King has seized me–his grasp is so cold!“

Sore trembled the father; he spurr’d thro‘ the wild,
Clasping close to his bosom his shuddering child;
He reaches his dwelling in doubt and in dread,
But, clasp’d to his bosom, the infant was dead.

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32 Antworten zu Schon wieder um ein Jahr?

  1. lamiacucina schreibt:

    in der Version von Heinz Erhardt wäre das Ganze viel kürzer:
    Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
    Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
    Im Arm den Knaben er wohl hält,
    er hält ihn warm, denn er ist erkält‘.
    Halb drei, Halb fünf. Es wird schon hell.
    Noch immer reitet der Vater schnell.
    Erreicht den Hof mit Müh und Not—
    der Knabe lebt, das Pferd ist tot!

    • the rufus schreibt:

      Der Gute hat ja auch den Taucher (immerhin 25 Minuten reinster Schubert) auf einige (sinnige) Zeilen reduziert:


      Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt,
      Zu schlunden in diesen Tauch?
      Einen güldnen Becher hab ich mit,
      Den werf ich jetzt in des Meeres Bauch.
      Wer ihn mir bringt, ihr Mannen und Knaben,
      Der soll meine Tochter zum Weibe haben.
      Der Becher flog,
      Der Strudel zog
      Ihn hinab ins gräuliche Tief,
      Die Männer schauten,
      Weil sie sich grauten,
      Weg.

      Und abermals der König rief:
      Wer wagt es, Knippersmann oder Ratt,
      Zu schlauchen in diesen Tund?
      Wer’s wagt, das erkär ich an Eides statt,
      Darf küssen mein’s Töchterleins Mund.
      Darf heiraten sie, darf mein Land verwalten,
      Und ’n Becher darf er auch noch behalten.
      Da schlichen die Mannen
      Und Knappen von dannen.
      Bald waren sie alle verschwunden.
      Sie wußten verläßlich:
      Die Tochter ist gräßlich.
      Der Becher liegt heute noch unten.

      Obwohl mir der Anonyme Texter zur Glock beinahe noch besser gefällt:


      Loch in Erde,
      Bronze rin.
      Glocke fertig,
      bim, bim, bim

    • Bonafilia schreibt:

      Die Version von Heinz Erhardt ist mir auch viel lieber…jedenfalls vom Ergebnis!
      ….
      Lieber Rufus, nur kein Stress alles wird gut!

      LG Bonafilia

  2. Maja schreibt:

    wunderbar, Rufus

  3. syntaxia schreibt:

    Endlich mal ein Stück, bei dem ich gedanklich mitsingen konnte. 🙂
    Ich hab es auf CD von Herman van Veen.

    Ach, und es macht immer Gänsehaut!
    Auch bei deinem Gesang, Rufus.

    ..grüßt dich Monika

  4. Maja schreibt:

    ich hab das Lied auch auf CD und zwar
    Achim Reichel
    Achim Reichel hat doch eine CD herausgebracht schon vor einigen jahren
    auf der nur Balladen zu hören sind
    nennt sich
    Wilder Wassermann
    Balladen und Mythen
    1.) am blassen meeresstrande
    2.)Vineta
    3.)Belsazar
    4.) der Erlkönig
    5.) Die Geister vom See
    6.) Lars Jessen
    7.) die Ballade von der Loreley
    8.) der wilde Wassermann
    9.) Der Reichtum und die Not
    10) Walpurgisnacht
    11.) der Nöck
    12.) Im schwarzen Walfisch zu Askalon

  5. Maja schreibt:

    ja das mache ich doch gern

  6. Luiza schreibt:

    …sehr sehr schön. Da fällt mir wieder ein: das Voice Plugin…

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