Die allwissende Müllhalde

Indian Spectacled Cobra, Naja Naja Family, one...

Image via Wikipedia

Nach Jahrzehnten wieder mal auf der Hörsaalbank auf der Uni – kaum zu glauben. Das heißt dann lange Bankreihen mit klappbaren Stühlen Sitzflächen, viel Theorie und Steckenpferde und Beweihräucherung der Mitschwimmer viel Dank an diverse Mitstreiter.

Was das mit der allwissenden Müllhalde zu tun hat? nichts. Genau. Aber darüber will ich jetzt ja auch gar nicht schreiben – der kleine Ausflug auf die Uni hat mir nämlich die Möglichkeit eröffnet, wieder einmal mit meiner Nachbarin – nicht meiner Rasenmähfreundin, sondern die andere (manche kennen vielleicht noch meine verschiedenen Nachbarinnen) – im Bus zu reisen.

Und vom Einsteigen bis zum Aussteigen war sie dann ein „Quell‘ ewiger Freude“. Als sie mich entdeckte, wandte sie sich gleich ab, stieg in den Bus und gramauschelte in ihren Sachen, sodass sie niemand sehen konnte. Aber Rufus wäre nicht Rufus, wenn er nicht auffällig höfflich grüßen würde UND sich direkt in die Bankreihe daneben setzen würde.

Das Gespräch entwickelte sich dann eher sehr zäh – soll heißen, dass sie zuerst gar nicht sprach und ich also die Themen vorgeben musste durfte. Aber was reden mit der, die sich trotz des Wunsches auf freie Sicht in die Gegend zuhause mit einer übermannshohen Hecke umgibt, die sich Sonntags meist auf Flohmärkten herumtreibt, die behauptet nur mit dem Bus fahren zu können und nicht mit dem Zug, weil dort ja nur Gesindel unterwegs ist … schönen Dank übrigens dafür von mir (ich Gesind‘ ich).

So kam es also zu Smalltalk über die Gemeinde, über ihr Kind und seine Schule(-rfolge). Dabei durfte ich erfahren, dass Französisch eine schöne Sprache ist, aber schwer. Ich durfte fürderhin mitnehmen, dass Russisch immer wichtiger wird als Sprache, aber schwer – vor allem die Aussprache. Uhaha, habe dazu auch bereits meine Erfahrungen, aber sie? Naja, irgendwo her wird sie es schon haben … 🙂

Dann durfte ich auch noch erfahren, dass im neuen Fitness-Center immer nur höchstens 5 Gäste sind. Klar weiß sie das – zählt sie die doch immer. Schade nur, dass sich ausgerechnet heute sogar mehr als 6 Personen dort abplagten.

Das naheliegende neue Café habe ich dann gelobt – zumindest dass es ganz nett aussehe (von außen). Volle Zustimmung von ihr, allerdings auch die Rückfrage, ob ich denn noch nicht dort war? (muss sie wohl meiner Betonung bei „von außen“ entnommen haben und damit liegt sie sogar richtig … das einzige Mal in unserem Gespräch, wenn ich richtig mitgezählt habe 😉 ). Meine Frage, ob sie denn schon dort war wurde mit einem glatten Ja quittiert, dem man eine größere Häufigkeit entnehmen konnte. Auf meine Nachfrage, ob sie denn hin und wieder dort ist, kam ein spontanes offenes, dass sie (nur) bei der Eröffnung dort waren. Nur ergänzt von Rufus, der weiß, dass da der Sekt gratis war (denke da jetzt böse, wer will).

Zum Drüberstreuen fragte sie mich noch (in ihrer etwas sekanten Art – Stimme und unterstreichendes Kopfbeuteln der Schlange kann ich hier nicht wiedergeben und muss ich Euch hiermit ersparen), wofür wir denn das Holzbrett im Garten verwenden, das wir an ihrem Zaun angelehnt haben (eigentlich an ihren grauslichen Thujen, die sich durch ihren ebenso grauslichen Maschendrahtzaun bohren). Wir sollen es dort doch entfernen, weil ihre Thujen und der Zaun kaputt werden (mhm, von den paar Deka, die das Zeug in nahezu senkrechter Lage in Bezug auf den Zaun wiegen wird). Zur Unterstützung ihres Anliegens, wollte sie mir auch noch reindrücken, dass unser schönes Brett im Freien doch leidet und kaputt wird. Das werde wohl ich wissen, wie es unserem Brett geht oder gehen darf. Jedenfalls muss sie es auch schon mehrfach wieder anlehnen, weil sie es durch die Thujen und durch den Zaun offensichtlich schon öfters umgeworfen hat. Ich kann es natürlich immer wieder aufstellen – ok, mache ich natürlich auch für ein kleines soziales Projekt. 🙂 Aber natürlich habe ich ihr zugesagt, dass wir es weggeben werden. Leider habe ich nicht dazu gesagt, wann. Aber vielleicht gibt es ja für den Weihnachtsfrieden ein ebensolches Geschenk.

Als wir schließlich den Bus verließen, war sie wohl sichtlich erleichtert nicht mehr sprechen zu müssen. Naja, ich auch in diesem Fall – mir geht sie fest auf den Wecker … auch wenn das hier vielleicht nicht so ganz hinübergekommen ist.


Was Schönes kann ich – weil ich gerade Weihnachten erwähnt habe – aber auch berichten: endlich ist es mir gelungen die ersten 10€ zu vertelefonieren. Reife Leistung seit Weihnachten, oder?

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6 Antworten zu Die allwissende Müllhalde

  1. lamiacucina schreibt:

    wozu lehnt denn das Holzbrett an der Hecke ? Um der Nachbarin die Sicht zu versperren ?

  2. syntaxia schreibt:

    Böse, böse… 😉

    Wie macht man das mit den 10 €? Ich schaffe das sicher nicht, zumindest nicht mit dem Handy. Da befürchte ich, mein Guthaben verfällt schneller als ich es abtelefoniert habe.

    ..grüßt Monika

  3. Luiza schreibt:

    Du hast ja nur Nachbarinnen. Wir haben nur alte Leute um uns herum*g*

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