So oder so

Unser Kleinformat – wir lesen es recht gerne – hat aber auch Schreiberlinge, die uns nicht so ganz zusagen. Ich will jetzt nicht erwähnen, wie sich der gewisse Herr mit Klavierauszügen in Konzerte schleicht, um … ja, warum eigentlich? (das haben wir uns schon oft gefragt – die Werke, die er nun bereit 100 Male gehört hat, könnte er schon längst kennen – tja).

Ist er also wieder einmal rein geschlurft – diesmal bei Vesselina Kassarova.

Diesmal war die Kritik aber sowas von gewöhnungsbedürftig und da das Lokalblättchen meine Leserbriefe, die Schreiberlinge und deren Ausflüsse hinterfragt, bislang noch nicht abdrucken wollte, muss das mal hier heraus. Hier also ein paar Übersetzungen/Interpretationen:

  • …leicht guttural klingendes Timbre gibt einen Hinweis auf ihre slawische Herkunft, zu der sie sich leidenschaftlich bekennt…
    Leicht ist gut – das hat schon ziemlich gegurgelt an manchen Stellen. Dazu kamen dann noch zu Beginn des Programms Schnaufer, wie von einem Asthmatiker…
  • …konnte sie auch das beträchtliche dramatische Potenzial ihres fülligen Mezzosoprans ausspielen…
    Genau, manchmal war das Potenzial tatsächlich etwas dramatisch.
  • …dem eine pastose Tiefe ebenso zu Gebote steht wie eine schlagkräftige Höhe…
    Die Tiefe hatten wir schon im gutturalen Teil – die Höhe war etwas derb.
  • …Formt die Operndiva auch das eine oder andere Lied zum Miniaturdrama…
    Ja, leider passt das nicht immer so gut für Lieder – Schuster bleib‘ bei deinem Leisten.
  • …so tut sie dies doch stets mit sicherem Geschmack innerhalb der Gattungsgrenzen…
    Diese Grenzen würde ich mir mal gerne erklären lassen…
  • …mit der Empfindsamkeit ihres Vortrags…
    Vermutlich der nicht immer nachvollziehbare Wechsel von Forte zu Pianissimo.
  • …der jeden Ton und jedes Wort mit Bedacht formt und über kein noch so kleines Detail achtlos hinweggeht…
    Das stimmt wohl – noch besser wäre es aber auch, wenn man den Text nicht nur beim Mitlesen versteht (aaaaaaaaah – späte Erkenntnis … dafür die Klavierauszüge😉 )

Diesmal wird meine Kritik an der Kritik wohl nicht einfach ignoriert. Soll jetzt aber nicht heißen, dass es uns nicht trotzdem gefallen hat – nur Objektivität wäre mal angebracht und auf den einen oder anderen Schnörksel in der Sprache kann man wohl auch etwas verzichten…

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4 Antworten zu So oder so

  1. kalesco schreibt:

    Dem ging es wohl nicht so sehr um Inhalt als um die Form😉
    Interessant, solche Schwülstigkeiten müssen einmal erstmal einfallen. Nennt man das dann auch noch Journalismus?

  2. Elisabeth schreibt:

    Das klingt fast wie von gestern😉
    Aber du siehst es heute vielleicht auch mit anderen Augen🙂

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