There’s no business like show business

Wie bereits erwähnt, obwohl hier ja Funkstille ist – prinzipiell – waren letztens bei dem Gesangsabend drei Stücke am Programm. Das angekündigte Duett hatte ich bereits abgesagt und der Kommentar meiner Partnerin dazu war „Fein, da habe ich endlich einmal einen freien Abend“. Das nenne ich echte Freude …

Aber zurück zu meiner Darbietung: da war erstens dieses Lied von Schumann – Wenn ich in deine Augen seh – sFrauli mag’s nicht und der Viali auch nicht und nach meinem Auftritt wohl niemand mehr. Echt erbärmlich der Act! 😦 Na, wenn das kein Beginn für das Wochenende war … SIE hat mir dann in der Pause auch ziemlich was entgegen geschleudert – ich kann’s verstehen. Das Lied war bereits zu Ende, als ich noch nicht einmal drinnen war. Dabei habe ich mich so darauf gefreut – ich finde es so schön. Nun, auf der nächsten CD wird es sich wohl nicht wiederfinden, außer es rutscht mir extrem genial heraus – mal sehen, wie sich das entwickeln wird.

Vor der Pause gab es dann noch einen gemeinschaftlichen Abgesang …

Nach der Pause und der erwähnten Kopfwäsche, gab es dann noch das Tanzlied des Pierrot – Mein Sehnen, mein Wähnen – aus „Die Tote Stadt“ von Korngold. Der Viali konnte das nicht verstehen – eine tote Stadt. Ist auch schwer, wenn das alles ist, was man davon erfährt. Ich also rauf auf die Bühne, aber den Vortritt hatten natürlich meine Luder meine Flüsterdamen, die gegen Ende des Stücks einen beachtenswerten Auftritt von ungefähr acht oder zweimal acht Takten mit dem bemerkenswert schwierigen Text „aaaa…aaah“ zu absolvieren hatten. Die Melodie war allerdings in himmlischen Sphären – allein die Darbietung konnte dem nicht ganz folgen, aber das Bemühen war groß und die Abweichungen wohl nur von mir zu erkennen. Publikumsmeinungen später haben mir bestätigt, dass Nichts unangenehm aufgefallen ist. Aber halten wir doch noch etwas inne: wie habe ich gesungen? Schon in der ersten Phrase habe ich es genossen, das Tempo gegenüber den Proben noch etwas zu entschleunigen, es war glaube ich perfektes Legato, ich konnte mit den hohen Töne spielen nach Lust und Laune, mein Atem hätte gereicht für weit längere Phrasen als vorgesehen. Dazu Mimik und Gestik, die in Verbindung mit dem Gesang, das Publikum willenlos an meiner Darbietung hängen ließ – ich hab’s gesehen, ich hab’s gespürt – unglaublich. Vielleicht konnten auch deswegen die Girls nicht anders oder es konnte keiner auf sie achten. Dann, vor meinem letzten „Mein Sehnen, mein Wähnen“ Einstieg, eine Zäsur, die länger und immer länger wurde – keiner im Saal wagte sich auch nur im geringsten zu mucksen – und als der erste gerade zum Applaus ansetzen wollte, setzte ich erneut an. Perfektes Timing, das Tempo nochmals reduziert, fast schon Stillstand und von jeder Phrase auf die nächste ein leichtes Decrescendo. Das letzte „Zurück“ war dann kaum mehr zu hören – schwer zu halten der Ton – aber ich habe ihn gut rübergebracht – kein Wackeln, kein Gieksen – und bis ans Ende des Nachspiels – also ziemlich lange – ausgehalten. Die Stecknadel hätte man fallen hören können – so hingen alle an meinen Lippen. Wow. Dann nach dem Ende einige Augenblicke, in denen sich niemand zu rühren traute, bis der Applaus los brandete und aus IHRER Ecke kam ein mehrfaches „Bravo, Bravo, Bravo„. Ich glaube jetzt mag sie mich wieder …

Und als Drüberstreuer sozusagen ein Liedchen, aus einer Ecke, die ich auch „besonders“ gerne habe, aber dieses Mal hatte es für mich auch irgendwie eine Bedeutung … 😉

There’s No Business Like Show Business
aus Annie Get Your Gun (von Irving Berlin)

The cowboys, the wrestlers, the tumblers, the clowns
The roustabouts that move the show at dawn
The music, the spotlights, the people, the towns
Your baggage with the labels pasted on
The sawdust and the horses and the smell
The towel you’ve taken from the last hotel

There’s no business like show business
Like no business I know
Everything about it is appealing
Everything the traffic will allow
No where could you have that happy feeling
When you aren’t stealing that extra bow

There’s no people like show people
They smile when they are low
Yesterday they told you you would not go far
That night you opened and there you are
Next day on your dressing room they’ve hung a star
Let’s go on with the show

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4 Antworten zu There’s no business like show business

  1. lamiacucina schreibt:

    zum Schumann/Heine-Lied: Frauen mögens nicht, wenn man sich an ihre Brust lehnt

  2. Pingback: Intermezzo « rufus still thinks about his title …

  3. Pingback: Ein ganz normaler Abend? « rufus still thinks about his title …

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