Koketterie

So spielt das Leben. Der Beitrag unten – wieder einmal aus Termingründen vorab aufgezeichnet, wie es bei manchen unserer Nachrichtensendungen heißt, ist in gewissem Sinn bereits überholt, aber Ihr dürft natürlich weiter lesen … :mrgreen:


Letztens habe ich über die Probe berichtet, die recht imposant gelaufen ist. Immer wieder gab es Zustimmung – auch die Frage warum ich denn nicht das Bass-Solo singen werde. Tja, so ist das Leben aber wahrscheinlich ist es gut so, wie es ist.

Ein paar Tage danach bekam ich dann ein Email von einer Konzertbesucherin, die ich kenne – eigentlich sFrauli – die sich für die schöne Aufführung bedankte

„Sehr schön hast g’sungen gestern… War ganz gerührt“

Nun sie will mich natürlich immer etwas hänseln, aber ich hatte ja noch meinen Joker vom Vortag in der Hand und erwiderte

„danke, danke – habe Dich auch gesehen. Hättest aber Sonntag bei der Probe sein sollen – da habe ich in Abwesenheit des Bass-Solisten beinahe die ganze Bass-Partie gesungen“

Sie hat es dann allerdings doch noch geschafft, mich zu verblüffen, mit einem einfachen

„Wäre wohl besser gewesen, du hättest auch beim Konzert den ganzen Bass gesungen…“

Was soll ich da noch sagen? Naja, was bleibt ist die Erinnerung, wie es so „schön“ heißt und von der werde ich weiterhin leben (müssen). Vorerst aber werde ich heute Abend mal wieder in einem kleinen Konzert mitwirken und drei Stücke zum Besten geben.

Da Ihr nicht dabei sein könnt und ich inzwischen auch wiederholt danach gefragt worden bin, ob ich denn hier nicht (wieder) einmal etwas singen kann, gibt es hier also ein kleines sommerliches Weihnachtsfest (schon wieder etwas her seit dem letzten Weihnachten hier). Und da es immer wieder die unbekannten Schönen waren, die mich danach gefragt haben und ich heute Abend auch einen mittelgroßen weiblichen Fanclub dabei haben werde, gibt es also etwas von „Der Schöne und das Biest“ …

Und obwohl „Wir“ uns hier gerade in Askese üben, gibt es sogar den Text dazu:

If I can’t love her aus „The Beauty and the Beast“
(von Alan Menken)

And in my twisted face
There’s not the slightest trace
Of anything that even hints of kindness

And from my tortured shape
No comfort, no escape
I see, but deep within is utter blindness

Hopeless
As my dream dies
As the time flies
Love a lost illusion

Helpless
Unforgiven
Cold and driven
To this sad conclusion

No beauty could move me
No goodness improve me
No power on earth, if I can’t love her

No passion could reach me
No lesson could teach me
How I could have love her and made her love me too
If I can’t love her, then who?

Long ago I should have seen
All the things I could have been
Careless and unthinking, I moved onward

No pain could be deeper
No life could be cheaper
No point anymore, if I can’t love her

No spirit could win me
No hope left within me
Hope I could have loved her and that she’d set me free
But it’s not to be
If I can’t love her
Let the world be done with me.

Und wer es wieder (ziemlich) genau wissen will, was das so heißt:

Entstellt ist mein Gesicht,
ein Zeichen find‘ ich nicht,
sei`s noch so klein,
das Güte war im Herzen.

Die schreckliche Gestalt
zeigt Trost nicht,
nur Gewalt.
Doch tief hier drin bin ich
erfüllt von Schmerzen.

Trostlos ist das Träumen,
Zeit versäumen,
und die Lieb ein Trugbild.

Hilflos, kalte Tränen,
tiefes Sehnen.
Nur noch eins für mich gilt:

Kein Wesen berührt mich,
kein Lächeln verführt mich,
sinnlos ist die Macht,
wenn ich nicht liebe.

Kein Reiz lässt mich spüren,
kein Buch kann mich führen.
Wie lernt man zu lieben?
Wie weiß ich, ob ichs kann?

Wenn ich sie nicht lieb, wen dann?
Immer wurden Glück und Freud
sorglos von mir selbst zerstreut,
trotzig, unbesonnen
lief ich weiter!

Kein Schmerz kann
so groß sein,
kein Leben so leer sein.
Eins zählt für mich nur:
Dass ich sie liebe!

Kein Ahnen ist in mir,
kein Hoffen vergönnt mir.
Wird je ich sie lieben,
wird ich durch sie befreit?
Doch bin ich ein Mann,
der nicht lieben kann,
dann bin ich dem Tod
geweiht.

Dieser Beitrag wurde unter Askese, Gesang, Weihnachten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Koketterie

  1. vivi schreibt:

    Na, dafür lohnt es sich doch, die Sommerpause zu unterbrechen.
    Schön gesungen (leider gibt es hier bei WP kein „Applaus“ Smiley“ – denk es Dir dazu….. 😉 )

    • the rufus schreibt:

      Danke.

      Soll ich ehrlich sein? das Duett habe ich gestrichen – das hätte ich heute noch richtig lernen müssen und das große Oratorium morgen ist mir da schon wichtiger …

  2. Fragezeichner schreibt:

    Grossartig!
    Schade, dass die Aufnahme klanglich zu wünschen übrig lässt, zu viel Hall. Du müsstest den Ton mal direkt von den Mikros abzapfen oder mal eine schöne Studio-Aufnahme machen.

    • the rufus schreibt:

      Du hast recht – mit Allem 😉 .

      Ist tatsächlich das Kamera-Mikro – außer dem Hall aber trotzdem überraschend gut die Qualität. Der Saal war allerdings auch überakustisch. Die Videos wandern auf meine DVD – als Dokumentation. Von der besseren klanglichen Qualität mache ich eine CD für mich und „meine“ anderen CDs wurden in deutlich trockenerer Umgebung aufgenommen und die nächste wird das wohl auch … 😉

  3. maja49 schreibt:

    ich glaub die Akustik stimmt nicht ganz.
    gruss marianne

  4. maja49 schreibt:

    ja, eine Studioaufnahme müsstest du mal machen
    da wären keine Störgeräusche, Rufus.

  5. maja49 schreibt:

    weniger hall aber mach mal eine Studioaufnahme, dann kannst due die CD vermarkten, vielleicht wirst du mal so berühmt wie Thomas Quasthoff zumindest

  6. Pingback: There’s no business like show business « rufus still thinks about his title …

  7. Elisabeth schreibt:

    Oh, danke für die gelungene Überraschung – so schön… *freu*
    Ja, ich wär gern dabei gewesen, unbekannt und schön… 😉

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